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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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indeſſen ſchon an die brennende Lampe geeilt und hatte ſie ſo hoch hinaufgeſchraubt, daß die düſtere Räumlichkeit ſich ſchnell erhellte; ſeine verſteckten Blicke muſterten jetzt noch einmal den Fremden, der ſeiner gar nicht achtete. Er hatte in dieſem Augenblicke erſt Madeleine bemerkt, und eine an⸗ genehme Ueberraſchung äußerte ſich deutlich auf ſeinem Geſichte; ſich ſchnell von dem Sitze, den er bereits einge⸗ nommen hatte, erhebend, verbeugte er ſich gegen das junge Mädchen in ſo verbindlicher und anmuthvoller Weiſe, daß dieſes leicht eröthete. Madeleine war durch dieſe ehrerbie⸗ tige Begrüßung, in der doch eine gewiſſe Vertraulichkeit lag, und durch den Blick des jungen Mannes in Verlegen⸗ heit gekommen und dachte allen Ernſtes an ihren Rückzug, den ſie mit einer kurzen und artigen Erwiederung ſeines Grußes ſchnell zu bewerkſtelligen wußte. Der Fremde blickte noch einen Augenblick nach der geſchloſſenen Thür, durch die ſie verſchwunden war, und wange ſich dann etwas unmuthig zu dem Wirth, der ihm eben die verlangte Er⸗ friſchung brachte. War dies Ihre Nichte, Herr Bonnet? fragte er lebhaft.

Zu dienen, mein Herr; aber es iſt merkwürdig, daß

Sie dies bereits vermutheten, da ich noch nie das Glück

gehabt habe, Sie in meinem Hauſe zu ſehen.

Ah, ich ſagte Ihnen ſchon, daß gute Freunde mich