ſprechende Güte der Augen ſchuf ihn zu einem weichen, durchaus weiblich ſanften um. Der reiche, ſorgſam in Zöpfe geflochtene Haarſchmuck von tiefbrauner Farbe wurde durch ein leichtes, weißes Häubchen faſt verdeckt, den Ober⸗ körper umſchloß ein eng an die ſchönen Formen ſich an⸗ paſſendes Jäckchen von ſchwarzem Sammet, deſſen Schöße auf den roth und ſchwarz geſtreiften wollenen Rock hinab⸗ fielen; ſo einfach dieſer Anzug war, ließ ſich doch eine ſorgfältige Anordnung und unſchuldige Coquetterie in der Toilette des lieblichen Mädchens bemerken.
Mathieu Bonnet ſchien für ſo vielen Liebreiz kein Verſtändniß zu haben, oder ſein Auge mußte durch die Gewohnheit dagegen gleichgültig geworden ſein, denn ohne ſeine nachläſſige Lage zu verändern, oder dem Mädchen einen Blick zu ſchenken, fragte er mürriſch:
„Was machſt Du hier, Madeleine?— ich hatte Dich gar nicht bemerkt.“
„Sie hatten mir befohlen, mein Onkel, unſer großes Conto abzuſchließen,“ erwiderte das Mädchen ſanft;— „ich habe die Rechnungen der letzten acht Tage eingetragen und die Bilance gezogen. Wenn Sie es wünſchen, ſo will ich Ihnen das Ergebniß mittheilen.“ 4
„Nein, nein,“ unterbrach ſie der Alte unmuthig,— „es hat Zeit damit, Madeleine;— wenn ich dieſe leere Gaſtſtube vor mir ſehe, ſo brauche ich nicht erſt das Conto⸗


