Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
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Hand ihres Bruders, während er die Poſttaſche zu öffnen verſuchte, ihn nöthigte, ſein gewöhnliches Geſchäft der Sorge der Diener zu überlaſſen..

Es war ein ängſtlicher Augenblick für ſie alle, aber es war nur ein Augenblick. Kaum hatte der junge Annes⸗ ley ſeine Augen auf den verhängnißvollen Brief geworfen, der das Poſtzeichen„Barlingham Grange“ trug, als er von ſeinem Stuhle aufſprang, auf Mrs. Verelſt losſtürzte, und ihre kalten Hände mit ſolchem Ungeſtüm an ſeine Lippen drückte, ehe er es wagte, ſeine geliebte Eſther an ſein Herz zu drücken, daß alle Anweſenden im Augenblicke erkannten, daß hier nicht das kleinſte Hinderniß für ihr Glück vorhanden ſei.

Am andern Tage kam ein Brief von Lady Annesley an Mrs. Verelſt, ſie als die geliebte Rachaek früherer Tage bezeichnend, in welchem ſie von dem Glücke„ihrer Kinder“ in ſo tröſtlichen Worten ſprach, daß die Herzen der ganzen Familie dadurch beruhigt wurden.

„Sicherlich,“ bemerkte Ernſt von Ehrenſtein, als er in der Gemälde⸗Gallerie neben der Staffelei ſeines Freun⸗ des Verelſt, der ihn mit der beſonderen geheimnißvollen Beziehung zwiſchen dem Geſchicke Oſaleys und der Mut⸗ ter Baſil Annesleys ſchon bekannt gemacht hatte, eine vertrauliche Stunde verbrachte,„ſicherlich mag dieſe ernſte Lady, da ſie ſo frühe Symptome von Erweichung an den Tag legt, in Zukunft dahin gebracht werden, im Herbſte ihres Lebens die Hoffnungen zu verwirklichen, welche in ihrem Frühlinge ſo ſchmählich vernichtet wurden.“

„Wenn ich ein Beurtheiler des menſchlichen Charak⸗ ters wäre, würde ich„nein“ ſagen,“ verſetzte der Künſt⸗ ler.„Es iſt etwas, ja viel ſogar, daß Lady Annesley dahin gebracht worden iſt, in die Verbindung ihres Sohnes, einzuwilligen. Weitere Zugeſtändniſſe ſind nicht mehr zu erwarten.“

Niichts deſtoweniger hielten Ehrenſtein und die beiden Mädchen, denen, wie ſich verſteht, ein Theil dieſer trauri⸗