zu meinem eigenen oder beſſer zu dem Verelſts zu machen. Der Mann, mit dem Sie mich eines Tages, als wir in Paris umhergingen, im Garten der Tuilerien auf und ab⸗ gehen und plaudern ſahen, was Sie eine halbe Stunde lang in ſolche Ungeduld verſetzte, war der Marquis von L... Sie bewunderten ihn, wenn ich mich recht erin⸗ nere, als einen ausgezeichneten und edel ausſehenden Mann. Morgen Abend werden Sie entſcheiden können, ob der Anblick ſeines Schloſſes Ihnen eben ſo wohl als ſeine Perſon gefällt.“
Morgen Abend jedoch hatte Ehrenſtein andere Ge⸗ danken im Kopfe, als an Schlöſſer oder Marquis; auch war Baſil ebenſowenig zu einer pedantiſchen Kritik aufge⸗ legt. L.... Caſtle war das Paradies für beide.
Uebrigens iſt es wahr, daß, auch abgeſehen von dem beſonderen Reize des Augenblicks, der Ort ein vorzügliches Recht auf Beachtung hatte. Das ſtattliche alte Herren⸗ haus, deſſen Alterthum zu finſter hätte erſcheinen mogen, wäre dieſe Düſterheit nicht durch die waldige Schönheit des umgebenden Parkes gemildert worden, dem jeder wiederkehrende Frühling eine ſtete Erneuerung der Jugend und Anmuth brachte, zwang den Grafen von Ehrenſtein, zu geſtehen, daß England die Reliquien der Feudalzeit mit Recht denen ſeines eigenen Landes an die Seite ſtellen könne. Selbſt die majeſtätiſchen Eichen, welche er in dem gewöhnlichen deutſchen Dünkel bisher für eine beſondere Eigenthümlichkeit Deutſchlands und nirgends für ſchöner gehalten hatte, als in ſeinen eigenen Waldungen in Ehrenſtein, ſetzten ihn durch ihre druidenartige Würde, mitten unter der edlen Scenerie von L... Chaſe in Erſtaunen. 3
„Sie beklagten ſich eines Tages, mein theurer Graf, als wir durch den Odenwald fuhren,“ rief Oſaley,„daß die Erde ſo kahl werde. Was ſagen Sie nun zu den unvergleichlichen Waldungen Englands? Ich glaube nicht, wie der Herzog von Rocheſter es machte, daß die Bäume


