Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
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Brücke von Granit zeigend, welche einen ſo auffallenden Gegenſatz zu den elenden hölzernen Schiffsbrücken bildet, die den Rhein ſchänden.„Welch' geſchäftige Welt! Wel⸗ ches Leben! Welche Thätigkeit! Wir Provinzbewohner be⸗ trachten Frankfurt als eine Handelsſtadt; doch iſt es ſo ſtill wie Herculanum im Vergleiche mit dieſer ewigen Bewegung und finſter ausſehenden Bevölkerung!“

Nach dieſem, ſeinem jungen Freunde abgerungenen Tribute der eindrucksvollen Größe unſerer hauptſtädtiſchen Thätigkeit, wollte er den geſchäftigen Quais, die ſein eigenes fernſehendes Auge mit ſo heftigem Entzücken er⸗ füllten, die ariſtokratiſche Zahmheit von Hyde Park gegen⸗ überſtellen; und als ſie um acht Uhr deſſelben Abends beim Diner in Clarendon ſaßen, hatte Oſaley das Ver⸗ gnügen, den Reizen der entzückenden Sommerpromenade von dem Grafen von Ehrenſtein einen ſo warmen Tribut zollen zu hoͤren, als ſein geringer Patriotism nur wün⸗ ſchen konnte. Die Raſenplätze neben der gläſernen Ser⸗ pentine, die hübſchen alten Bäume, die ſchönen und gra⸗ ziöſen Reiter, die Schönheit, Race und das Feuer der Pferde ſchienen die Einbildungskraft des jungen Deutſchen

verwirrt zu haben. Seine beſchränkte Erfahrung hatte.

es nicht für möglich gehalten, daß eine ſo ungeheure Menge feinerzogener Müſſiggänger beiſammen ſein könne, ohne durch die Zudringlichkeit des Volkes beläſtigt zu werden. 1

„Es liegt beinahe etwas Ritterliches in einem ſol⸗ chen Schauſpiele,“ rief er mit Entzücken.„Wenigſtens ſcheint es ſeinen Urſprung dem moderniſirten und civili⸗ ſirten Geiſte, demſelben Geiſte zu verdanken, welcher in weniger geſitteten Jahrhunderten das Turnier hervorrief.“

Baſil Annesley, der auf die ernſtliche Einladung Oſaley's den dritten Platz an ihrer Tafel einnahm, lächelte über den Enthuſiasmus ſeines jungen Freundes, der ſeit ihren letzten Parthien an den Ufern des Neckar nichts von der Glut des Geiſtes verloren zu haben ſchien,