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„Mein theurer Graf, ich kümmere mich ebenſoviel um Enre einſtürzenden Burgen, als um jene grünbelade⸗ ten Nußſchalen,“ erwiederte Oſaley, während er ſeine Reiſekappe dichter über ſeine Augen zog, um beſſer einen edlen Oſtindienfahrer betrachten zu konnen, der majeſtä⸗ tiſch ſtromabwärts ſegelte; das Schauſpiel, welches ich zu rühmen geneigt bin, iſt die Lebenskraft dieſer ſchlagen⸗ den Pulsader unſeres commerciellen Koͤnigreiches. Ge⸗ ſtehen Sie, daß Sie in der letzten halben Stunde mehr Schiffe geſehen haben, als während ihres ganzen früheren Lebens! Jede Minute ſind Dampfſchiffe an Ihnen vor⸗ übergeflogen, welche zu betrachten ſich Ihre rheiniſchen Provinzen auf die Zehen ſtellen würden, und wenn Sie der Hauptſtadt näher kommen, wird ſelbſt Ihr deutſches Phlegma von Staunen über das Getümmel und Geräuſch dieſer größten Waſſerſtraße der Welt ergriffen werden! Ich, wie Sie wiſſen, betrachte ſolche Dinge mit kauf⸗ männiſchem Auge, und ich ſchwoͤre Ihnen, daß ein Kai⸗ ſer, von ſeinem glänzenden Hofe umgeben, nach meiner Anſicht nicht ein halb ſo majeſtätiſches Schauſpiel dar⸗ bietet, als das rußige und rauchende London, umgeben von ſeinen raſtloſen Docken und gewerbreichen Vor⸗ ſtädten.“
Angekommen in der Stadt, nahm er, anſtatt den jungen Grafen, dem er einen Eindruck von Englands Größe beizubringen ſo ſehnlich wünſchte, nach ſeiner öden Wohnung in Bernard⸗Street, in einem Stadtviertel zu bringen, welches im Monat Zuli ebenſo verlaſſen iſt, wie eine von der Peſt heintgeſuchte Stadt, ſeinen Aufenthalt in dem prächtigen Hotel, welches die London Brücke über⸗ ſieht, und dem Fremden durch die ewige Bewegung und die Lebhaftigkeit des unter ſeinen Fenſtern vorüberfließen⸗ den Stromes ein ſo belebtes und eindrucksvolles Panorama darbietet. 3 „Hier haben Sie in der That ein Denkmal, auf das Sie ſtolz ſein koͤnnen!“ rief Ehrenſtein, auf die edle
Der Geldverleiher. II. 13


