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freundlich gedachten, ob ſeine ſcheinbare Vernachläſſigung keinen Unwillen errege, ob Salome noch frei ſei, um ihn zu lieben und ſeine Verſicherungen unverminderter Liebe anzunehmen. Zwiſchen einer ſo offenen Natur, wie die ſeine, und einem ſo entſchiedenen Charakter, wie der Oſa⸗ ley's, war ſchnell ein gutes Einverſtändniß hergeſtellt.
„Ja, ich hatte ſchon von Ihnen gehört,“ verſetzte der junge Graf auf die abgebrochenen Fragen ſeines neuen Freundes.„Sie ſind nicht, wie Sie denken mögen, eine ideale Perſon in meinen Augen, gleich dem„Onkel von Amerika“ in einem franzöſiſchen Vaudeville. Es konnte kaum anders ſein. Eingeweiht, wie ich war, in das Ver⸗ trauen Ihrer Familie, vereint mit dem armen Verelſt durch das Band gemeinſchaftlicher Gefahr, konnte es nicht anders ſein, als daß ich eines gewiſſen hartherzigen Bru⸗ ders erwähnen hörte, dem einzigen Erben ſeiner Familie, der jedoch ſein Monopol ſo merkwürdig mißbrauchte, daß der Himmel ſeine Reichthümer nicht mit Vermehrung ſeg⸗ nete. Jener vortreffliche Menſch glaubte nicht, daß Sie Ihren Ruin überlebt hätten; wenigſtens hielt er Sie, wenn Sie noch lebten, für dürftig und in größerer Trüb⸗ ſal, als er ſelbſt war. Unter ſolchen Umſtänden ſprach er von ihnen mit Nachſicht, und mehr als einmal hörte ich Ihren Namen von den ſtammelnden Lippen ſeines Wei⸗ bes der Gnade und dem Schutze Gottes empfehlen!“
„Sie waren gütiger gegen mich, als ich verdiente,“ war die offenherzige Antwort Abednegos.
„Empfangen Sie zuletzt meine Glückwünſche, daß Sie es noch erlebten, dankbar für Ihre Mäßigung zu werden,“ fuhr Ehrenſtein heiterer fort.„Erlauben Sie mir nun, auch mir zu Ihrer Wiederauferſtehung Glück zu wünſchen, indem Sie, reich, verſöhnlich und guͤtig genug, vielleicht die einzigen Hinderniſſe für mein vollkommenes Lebensglück zu beſeitigen vermögen. Ihre Offenheit gegen mich, mein theurer Sir, nimmt die meinige dagegen in Anſpruch. Erfahren Sie daher, daß der Widerſtand von


