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in jenen ſeiner entfremdeten Schweſter, zu reinigen, und nachdem er in beredten Worten ſich über die Leiden und den Gram der beſchimpften Einſiedlerin von Barlingham Grange ausgeſprochen und den Brief eilig nach der Anwei⸗ ſung, die er erhalten, abgeſendet hatte, wurde Baſil Annesley's Seele einigermaßen ruhig. Hätte er, anſtatt chimäriſchen Vermuthungen hinſichtlich der Reiſe ſeines Freundes nachzuhängen, ſich, wie Abednego erwartet hatte, nach dem Hauſe der Branzinis begeben, ſobald er die Zerſtreuung der Familie erfahren hatte, ſo würde ſich Alles erklärt haben. Oſaley hatte keinen Brief für ihn zurück⸗ gelaſſen, weil er überzeugt war, daß ſein erſter Gegenſtand ſein werde, Eſther zu beſuchen, von der er den Entſchluß ihres Onkels gehört haben würde, ſeinen Einfluß auf die Aufhebung des gegen den unklugen Verelſt verhängten Verbannungsurtheils zu werwenden.
Sceeiner Lieblingsnichte hatte Oſaley alle ſeine Plane anvertraut. Aus Furcht, die geſchwächten Nerven ſeiner Schweſter zu erſchrecken, oder die zu ſanguiniſchen Hoff⸗ nungen ſeines Schwagers zu erregen, hatte er ihnen nichts entdeckt. Doch Eſther, welche in ſeinen Augen eine bei⸗ nahe ſchon matronenhafte Würde annahm, wurde von ſeinem ernſten Wunſche unterrichtet, das Glück der kleinen Familie durch die Wiedervereinigung Salomes mit dem jungen Grafen von Ehrenſtein zu vervollſtändigen, und durch die Mitgabe einer Ausſteuer alle Ungleichheiten der Geburt zu verwiſchen. Der Eroöͤffnung dieſer Unterhand⸗ lung mußten jedoch die Entfernung der dem Vater ent⸗ gegenſtehenden geſetzlichen Hinderniſſe vorausgehen, und der Zweck ſeines Beſuches in Frankfurt war, ſich zu Gunſten Verelſts die Verwendung verſchiedener fremder Geſandten bei der freien Stadt zu ſichern, welche das Anſehen ſeiner finanziellen Stellung in ſein Intereſſe gezogen hatte.
Gewohnt an die Erbärmlichkeiten der menſchlichen, dder beſſer conventionellen Natur, wurde Abednego nicht
Der Geldverleiher. U. 12


