Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

176

deſſen Lage er nun vertraut war, um ſich über den Weg Gewißheit zu verſchaffen, den der Reiſende genommen. Aber die Kunde, die er davon erhielt, war nichts weniger als beſtimmt. Oſaley hatte London auf einem Antwerpner Dampfboote verlaſſen. Seine Briefe ſollten nach Frank⸗ furt am Main gerichtet werden. Die Dauer ſeiner Ab⸗ weſenheit war unbeſtimmt, und man glaubte, daß ſein letztes Ziel Wien ſein möchte.

Hätte Baſil genau erfahren können, wo der Mann ſei, von deſſen geheimnißvollem Ueberall er ſchon eine ſo irreleitende Erfahrung erhalten hatte, ſo würde er ſich wahrſcheinlich aufgemacht haben, um die Pläne zu hinter⸗ treiben, die vielleicht nach allem nur eine Ausgeburt ſeiner erregten Einbildung waren. Aber da eine ſolche Reiſe à la Don Quixot für jetzt außer Frage ſtand, begnügte er ſich, die Adreſſe des Frankfurter Banquiers zu erhalten, an den alle Briefe für Oſaley gerichtet werden ſollten und hegte die Abſicht, ſich ſelbſt durch ſchnellere und gewiſſere Mittel Auskunft zu verſchaffen.

Als er jedoch zu dieſem Zwecke die Feder ergriff, ſchienen ihm ſeine, für die Conjecturen, durch welche er ſich hatte beunruhigen laſſen, angeführten Gründe ſo albern, daß er den Muth nicht hatte, dieſen Gegenſtand zu berüh⸗ ren. Ein Weib und Vermögen abzulehnen, das ihm an⸗ zubieten niemand die leiſeſte Idee haben mochte, würde ſeinem ſarkaſtiſchen Freunde eine endloſe Quelle zum Spotte gegeben haben, und indem er an Oſaley ſchrieb, wich ſeine kindiſche und ſelbſtiſche Angſt ſchnell jenen wichtige⸗ ren Intereſſen, welche mit dem unſeligen Namen A. O's. in Verbindung ſtanden. 1*

Es war ſeine erſte Pflicht, die jüngſte Unterredung mit ſeiner Mutter zu beſchreiben, mit der äußerſten Ge⸗ nauigkeit die peinlichen Entdeckungen zu bekennen, welche zwiſchen ihnen vorgefallen waren, und mit Ernſt den Beiſtand Oſaleys dazu zu erbitten, ihren befleckten Ruf in den Augen der Annesley'ſchen Familie und, vor Allem,