wenig beluſtigt, jene Bevollmächtigten ihr Bedauern aus⸗ drücken zu hören, daß er ihre Ergebenheit auf eine ſo ge⸗ ringe Probe ſtelle, wie die Bitte um ihre Verwendung zu Gunſten eines ſo obſcuren Individuums ſei, eines unbe⸗ deutenden Künſtlers von keinem größeren Belange auf der Schöpfungsleiter, oder in den Augen des badenſchen Gou⸗ vernements, als die Lakeien in ihren Dienſten. So wenig waren ſie im Stande, in einem halbverhungerten Zeichen⸗ meiſter der Univerſität Heidelberg den Schwager des mächtigen und einflußreichen Oſaley zu vermuthen, deſſen Name die Stütze ihrer Anlehen und deſſen Wort gleich dem eines ſouverainen Fürſten war. Ihre Unkenntniß war jedoch neunzigfach zu ſeinen Gunſten; denn hätten ſie die Natur ſeiner Theilnahme zu Gunſten des politiſchen Verbrechers gekannt, ſo würde die Bedeutung ihres Dien⸗ ſtes in demſelben Verhältniſſe geſtiegen ſein. So wenig er indeſſen auf die Aufhebung des gegen den armen Künſt⸗ ler verhängten Verbannungsurtheils drang, war dieſelbe doch innerhalb einer Woche in ſeinen Händen, und zwar gegen eine Caution, welche Oſaley für den Verbrecher mit der geringen Summe von zehntauſend Thalern leiſtete, die wahrſcheinlich durch die baden'ſche Regierung verfünf⸗ facht worden wäre, hätte Seine Großherzogliche Hoheit die verwandtſchaftliche Stellung der Betheiligten gekannt.
Das erſte, was Oſaley thun wollte, war, ſeiner ge⸗ liebten Nichte Nachrichten über die Wiedereinſetzung ihres Vaters in ſeine Rechte zu ſenden; aber es fiel ihm bei, daß ſeine Sendung erſt halb vollführt ſei, und daß die guten Nachrichten ein noch weit groͤßeres Glück verbrei⸗ ten würden, wenn ſie mit denen ſeines Beſuches bei Eh⸗ renſtein verbunden ſeien. 4
Für den jungen Grafen war das Urtheil, das die Ausſichten des armen Lehrers ſo gänzlich vernichtet hatte, unſchädlich geweſen. Er war kein geborener Unterthan des Großherzogs, und die Verweiſung von der Univerſität Heidelberg aus einem ſolchen Grunde brachte einem jungen


