Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

Ich zähle nicht der Jugend ſonn'ge Tage,

Es blendet mich ihr. Glanz! Viel leichter iſt's

Zu zählen jene freudeleeren Jahre,

Auf die der Strom der Sorgen niederſchoß

Von einem ewig wolkenvollen Himmel. Maßinger.

Langſam und qualvoll war der Kampf des zurück⸗ kehrenden Lebens für das leidende Weib, das die ſchwere Hand des Grames mit weit mehr Stärke getragen hatte, als ſie jetzt, unter der wiederbelebenden Berührung des Troſtes und der Liebe bewies. Es war vergebens, daß ſie, als ſie ſich allmählig von der Genauigkeit der ſeltſamen Entdeckungen Baſils überzeugte, den Verſuch machte, die Gewalt ihrer vorigen Geſtändniſſe zu ſchwächen; und mit Recht war ihr Sohn dankbar, daß die Geheimniſſe ihres Herzens enthüllt worden waren, ehe die überraſchende Thatſache, daß Oſaley noch am Leben ſei, ihren Lippen Schweigen auferlegte. Baſil wußte nun alles. Er kannte nun das Schlimmſte, und dieſes Schlimmſte gebot keine unüberwindliche Feindſchaft zwiſchen Lady Annesley und dem Geliebten ihrer Jugend.

„Dank ſei dem Himmel,“ rief er in der Wärme ſeines Herzens,„ich bin nun im Stande, meine Pflicht gegen meine unglückliche Mutter mit der zärtlichen Liebe für die Familie zu vereinigen, welche ich freiwillig als meine ei⸗ gene angenommen habe. Um Gerechtigkeit von den Stell⸗ vertretern meines Vaters zu erhalten, kann ich den Einfluß und die Kraft desjenigen aufbieten, deſſen mächtiger Be⸗ redtſamkeit, deſſen Zeugniß niemand widerſtehen wird. Oſaley iſt edel. Er wird nicht ſeine Hülfe verweigern, um die Unſchuld der Frau herauszuſtellen, auf deren Gluck