„Eine ernſte Rechenſchaft ſoll der Mann mir geben, — und wäre es ſelbſt der Gatte meiner Schweſter, der auf ſeiner Leichtgläubigkeit beharrt!“ war die heftige Ant⸗ wort des jungen Annesley.
„Gott verhüte, daß ich meine Losſprechung Drohungen oder Thaten der Gewalt verdanke!“ entgegnete Lady Annesley mit gleicher Entſchloſſenheit.„Schon war dieſe unglück⸗ liche Sache die Veranlaſſung, daß Menſchenblut vergoſſen wurde. Laß ſie in das Grab ſinken und vergeſſen ſein, wie ich es bald ſein werde. Mein Vater, mein Bruder, meine Schweſtern, ſelbſt der arme Nicholas ſind todt. Möge ein folgendes Geſchlecht glücklicher und weiſer ſein, und geſegneter durch die verſöhnende Gnade des Himmels!“
„So lange Sie leben, Mutter, ſo lange Sie und Ihre Kinder leben, iſt der Act der Rechtfertigung eine Pflicht! antwortete Baſil, zum erſtenmale wagend, der Autorität ſeiner Mutter ſich zu widerſetzen.
„Entlaſtet in Deinen Augen, bin ich befriedigt,“ ent⸗ gegnete Lady Annesley.„Ich bin manchmal verſucht, die Laſt der Schmach, unter der ich mich durch meine letzten Tage hinſchleppte, als einen Act der Sühne gegen den edlen Krieger zu betrachten, deſſen Dienſte ſeinem Lande. zu rauben ich die unſchuldige Veranlaſſung war. In ſein Grab ſei alle Erinnerung an meine Leiden verſenkt! Es wäre vielleicht unverantwortlich von mir, auch Dich, meinen einzigen Sohn, ihnen auszuſetzen.“
„Meine theuerſte Mutter! Ihr Kummer hat ſchon den Tribut meiner Thränen empfangen,“ rief Baſil, ihre Hände wieder in die ſeinigen ſchließend.„Schon hatte ich die Erzählung jener unglücklichen Liebe gehört, ſchon wandelte ich mit Ihnen in den wohlriechenden Gärten von Cadir, ſchon theilte ich, Ihren edlen Unwillen über die Beleidigung im Schloſſe Clervals!“
„So weißt Du denn alles!“ rief Lady Annesley, von ihrem Stuhle aufſpringend.„Dank ſei dem Himmel, daß dieſes geheimnißvolle Vorgreifen in den Enthüllungen nicht


