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Sie mich hoffen, daß in dieſen Tagen frühen Kummers Ihr Sohn Ihr Troſt wurde? Es war um meinetwillen, daß Sie trotz Ihres Grames lebten? Ja, es muß um meinetwillen geweſen ſein, daß Sie lebten; für was ſonſt auf Erden hatten Sie zu ſorgen? Was blieb Ihnen außer dem hülfloſen Kinde, das ſich an Ihren Buſen ſchmiegte?“ 1
„Ja, ich liebte Dich zürtlich,“ entgegnete Lady Annes⸗ ley, während Thränen der Rührung zum erſtenmale unaufhalt⸗ ſam ſich über ihre blaſſen Wangen ſtahlen.„Ich liebte Dich als ein Opfer, ich liebte Dich als einen Troſt, ich liebte Dich als einen Gefährten im Unglücke. Sie hatten mein erſtgebornes Kind aus meinen Armen geriſſen. Ich wußte, daß meine arme Helene unter denen auferzogen werden ſollte, welche es für eine Pflicht halten würden, ihr Kälte und Verachtung gegen ihres Vaters Wittwe einzufloͤßen. Aber mein Säugling, mein Liebling, mein hoffnungsvoller Knabe blieb mir noch, und zuletzt lernte ich beinahe dank⸗ bar für das ſchmähliche Brandmal ſein, das ſein ſterben⸗ der Vater ihm aufgedrückt hatte, und das ihn den Um⸗ armungen ſeiner Mutter für das Leben ſicherte. Bei Tage, bei Nacht, niemals verließeſt Du meinen Arm. Ich hing mich an Dich, als das Einzige, was mir auf Erden geblieben war! Reicht Deine Erinnerung noch ſo weit zurück, mein Sohn, bis zu jenen Tagen, wo wir keine Stunde getrennt waren?“
„Ich erinnere mich,“ ſtammelte Baſil und wagte kaum, ſeine Augen zu dem Geſichte ſeiner Mutter aufzu⸗ ſchlagen;„ich erinnere mich einer ploͤtzlichen Veränderung, einer unerklärbaren Veränderung, nach der ich beinahe ein Gegenſtand des Abſcheues in Ihren Augen geworden zu ſein ſchien!“
„Ach, mein Sohn,“ entgegnete Lady Annesley, meine leidenſchaftliche Liebe hatte die Annesleys in ihrem ungerechten Verdachte beſtärkt! Die Unterwürfigkeit, mit der ich, im Bewußtſein meiner Hülfloſigkeit gegen ihre Gewalt, mich ihrer angemaßten Autorität uͤber mein
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