Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
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gefühle der Unſchuld entgegenzutreten. Ich wußte mich ſelbſt eines Fehlers ſchuldig, wenn auch nicht jenes gräß⸗ lichen Fehltrittes, deſſen mich der Vater meiner Kinder beſchuldigte.“

„Es war alſo aus dieſem Grunde, theuerſte Mutter,“ ſagte Baſil ängſtlich,„daß die Annesleys die Kühnheit hatten, meine Schweſter Ihrem Schutze zu entziehen!“

„Sie thaten nur ihre Pflicht. Es waren die letzten Befehle Deines Vaters!“

„Doch ſicherlich uͤberzeugte der Kummer, in welchen, wie ſie ſahen, ſein Tod Sie verſetzte, dieſelben von Ihrer Unſchuld?“

„Wie ſollten ſie die Thränen verwundeter Liebe von Thränen der Rene unterſcheiden? Wenn die Augen eines Gatten in der Schätzung meiner Gefühle getäuſcht wor⸗ den, was hatte ich von ihnen zu erwarten? Sie hatten mich niemals geliebt. Da ſie vom erſten Augenblicke an argwöhnten, mit welchem Sträuben ich Sir Bernard meine Hand gegeben hatte, ſo hatten ſie nicht genug See⸗ lengröße, um die tiefe und beſorgte Ergebenheit zu wür⸗ digen, durch welche jener Fehler wieder gut gemacht wor⸗ den war. Nach zehn Jahren treuer und heiterer Unter⸗ werfung ſahen ſie in mir noch die finſtere Tochter Lord C's, die ſich unter dem Schutze eines ehrenwerthen Gat⸗ ten gegen die Angriffe Anderer waffnete. Ihre Pflicht gegen den Gefallenen wurde daher mit Härte und Strenge vollzogen. In der erſten Agonie meiner Wittwenſchaft nahm man mir mein kleines Mädchen. Ich machte Vor⸗ ſtellungen dagegen und wurde mit hoͤhniſchen Vorwürfen beladen. Ach, Bafil, Baſil, wenig kannſt Du Dir den⸗ ken, welch' bittere Thränen auf Dein kindliches Geſicht herabfielen: Deine erſte traurige Taufe für die Sorgen des menſchlichen Lebens!“

„Ich kann,— ich kann mir Alles denken, was Sie gelitten haben müſſen, meine herrliche Mutter!“ rief Ba⸗ ſil, während er ſie in ſeine Arme ſchloß.„Doch laſſen