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„Ich ſtimme durchaus mit Euer Herrlichkeit überein,“ war die unerſchrockene Antwort Abednegos,„und gerade deswegen liegt es mir am Herzen, Hie Koſtbarkeiten der Gräfin von Winterfield aus dem Gewahrſam eines Geld verleihenden Juden befreit zu ſehen.“
Sein liebenswürdiger Beſuch erröthete bis an die Schläfe bei dieſem unerwarteten Einwurfe, doch mehr aus Zorn, als aus Sorge.
„Ein Schritt tiefer auf der Leiter der Erniedrigung,“ fuhr Abednego ruhig fort,„und ſie würden unter den un⸗ ausgelösten Pfändern an dem Fenſter eines Pfandverlei⸗ hers erſcheinen. Denken Sie ſich die glänzende Gräftn von Winterſteld, vor dem Gerichtshofe mit einem Päckchen Pfandſcheine erſcheinend!“
„Sie verlaſſen ſich auf meine Noth, um mich ſo zu be⸗ ſchimpfen!“ rief die Gräfin, aufgeregt durch dieſen entſetz⸗ lichen Ausſpruch.
„Dieſe Noth, Madame, erlauben Sie mir zu bemer⸗ ken, iſt gänzlich die Ihrer eigenen Schöpfung! Ich bin nicht ſelten gezwungen, Zeuge des Elendes meiner Mit⸗ menſchen zu ſein; ja gerade jenes Ihres eigenen Geſchlech⸗ tes. Doch wie verſchieden iſt die Natur deſſelben von jenem, über welches Sie ſich beklagen! Glauben Sie mir, es gibt härtere Qualen in der Welt, als die, welche aus dem Welken eines Roſenblattes entſtehen!— Ich habe Familienmütter geſehen, um Brod fur ihre Kinder beſorgt; ich habe ergebene Frauen geſehen, durch die Unvorſichtigkeit ihrer Männer an den Bettelſtab gebracht, dennoch fleißig, demüthig und ſchweigend ſich abmühend, ſie dem Unter⸗ gange zu entreißen. Solches Unglück, Madame, und ſolche Dürftigkeit ehre ich! Ja, ich kannte hochgeborne Frauen, die ſich ſelbſt dem Elende und Entbehrungen unterzogen, um ihrer Liebhaber willen,— und ich habe auch ſie ge⸗ ehrt!— Aber ich habe weder Ehrfurcht, noch Mitleiden für jene muthwillige Verſchwendung, deren ganzer Sinn im Jagen nach frivolen Anbetern beſteht. Dieſe Schau⸗


