Drittes Kapitel.
So leichtſinnig iſt Eitelkeit! Shakſpeare.
„Aber wenn ich Ihnen ſage,“ rief, als Baſil näher trat, die unbedachtſame Lady Winterfield, wenig argwöh⸗ nend, daß eine dritte Perſon nahe genug ſei, die Kunſt⸗ griffe zu bemerken, durch welche ſie ſich dem harten Her⸗ zen des Geldverleihers zu empfehlen ſuchte,„wenn ich Ihnen ſage, daß dies das letztemal iſt, daß ich Sie mit einer Bitte beläſtigen will....“
„Sie haben mir ſchon ein halb Duzendmal daſſelbe: „zum letztenmale“ geſagt, Madame,“ verſetzte im kälteſten und vorſichtigſten Tone der unerſchütterliche Abednego. Ich hatte die Ehre, Ihnen wegen des eiligen Beſuches, den
Sie vor Weihnachten von Brighton aus der Stadt mach⸗
ten, zu verſichern, daß es über mein Vermögen gehe, Ihnen ferner auszuhelfen. Meine Vorſchüſſe überſchreiten ſchon den Werth der hinterlegten Juwelen.“
„Unſinn!— Weiß ich nicht, welche Summe ſie Lord Winterfield bei unſerer Verheirathung, vor kaum fünf Jahren koſteten? Ich habe noch die Rechnungen des Ju⸗ weliers in Händen, die ich Ihnen zeigen kann!“
„Koͤnnen Sie mir auch des Juweliers Gewiſſenhaf⸗ tigkeit zeigen?“ erwiederte Abednego.„Dergleichen Ar⸗ tikel werden unveränderlich mit zwei Dritteln über ihren eigentlichen Werth bezahlt. Um Sie davon zu überzeugen, Madame, wünſchte ich, weit entfernt, Ihnen ein ferneres Darlehen zu machen, die Diamanten Ihrer eigenen Ver⸗ wahrung zurückzugeben, ſobald ich dagegen den auf dieſes Pfand vorgeſchoſſenen Betrag nebſt Intereſſen erhalte.“ „Sie ſagen das,“ rief Lady Winterfield verdrießlich,


