Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

51

chem der Geldverleiher ſeine Inquiſitionen über ſeine Schlachtopfer anſtellte, ehe er mit ihnen näher zuſam⸗ mentraf.

Eine ſolche Unterredung zu unterbrechen, wie ſie in dem Zimmer innen vor ſich ging, mußte den einen Theil nie⸗ derſchmettern, für den andern verdrießlich ſein, und Baſil glaubte ſich demnach berechtigt, das Reſultat der Zuſam⸗ menkunft abzuwarten.

Die Fragmente des Geſprächs, welches er jetzt ver⸗ nahm, gewährte ihm, obgleich es ihn aneckelte, einen neuen Blick in den Charakter oder das Benehmen der Dame, gegen die er den Lauſcher zu ſpielen gezwungen war, und dieſe Dame war keine andere, als die junge Gräfin von Winterfield.

Alles was er früher ſchon Nachtheiliges über ſie von Abednego gehört hatte, erwachte natürlicher Weiſe in ſeinem Gedächtniſſe, und er war daher weniger erſtaunt über den barſchen Ton und die verächtliche Miene, welchs der Geld⸗ verleiher unverhohlen gegen ſie annahm.

Es war nicht mehr der Oſaley von feinen Manieren, von gediegenem Anſtande, der vor ihm ſtand. Hier erin⸗ nerte nichts an den ausgezeichneten Financier, an den er⸗ leuchteten Beſchützer der Künſte. Es war der harte, vor⸗ ſichtig berechnende alte Wucherer aus Soho, der einen einfachen Armſtuhl einnahm, einem Sopha gegenüber, auf welchem, mit aller Eleganz der Mode geſchmückt, abwechſelnd läͤchelnd und weinend, ihre Koketterie und ihre Schönheit ſpielen laſſend und ihren Pathos als eine Bit⸗ tende das unglückliche Weib ſaß, welches zuverläßig darauf rechnete, durch den Effect ihrer Reize und ihrer Beredſamkeit das verhärtete Herz des A. O. zu er⸗ weichen.