33.
entgegnete Verelſt, ruhig und vorſichtig.„Es wird Zeit erfordern, um ſie auf eine ſo aufregende Zuſammenkunft vor⸗ zubereiten. Jahre des Ungemachs, der Verluſt mehrerer Kinder, den ſie immer derſelben Urſache zuſchreibt, und gewiſſe Schmerzen, die aus dieſen vereinigten Urſachen hervorgehen, haben mein armes Weib ſo geſchwächt, daß die höchſte Vorſicht unumgänglich nöthig iſt. Sie hat ſich ſo verändert, daß Sie ſie nicht mehr kennen werden.“
„Ich bin während der letzten Monate manchmal in ihrer Nähe geweſen,“ ſagte Oſaley lächelnd.
„Sie irren ſich; Sie irren ſich ſehr!“ entgegnete der Künſtler eifrig.„Sie verläßt das Haus nie. Fra⸗ gen Sie Herrn Annesley! Sie verläßt ſogar ihr Zim⸗ mer nie.“
„Dort fand unſere Zuſammenkunft ſtatt,“ erwiederte Abednego kalt.
„Irrig, irrig!“ rief Verelſt lächelnd, freundlich den Kopf ſchüttelnd.„Ich wette darauf, daß Sie Rachael nicht kennen, wenn Sie ſie ſehen werden.“
„Sie iſt indeſſen viel weniger verändert, als ich,“ ent⸗ gegnete Oſaley,„denn als wir uns ſahen, erkannte ich ſie vollkommen wieder, während ſie mich als einen Fremden anredete. Erinnern Sie ſich der Perſon, welche aus Ihrem Zimmer die zwei Schlachtſtücke wegtrug, die der Schurke Strubbs an den Herzog von Rocheſter verkaufte?20
Verelſt ſchwieg einen Augenblick, um nachzuſinnen; endlich ſagte er:
„Vollſtändig; es war ein alter Jude.“
„Ich ſelbſt war es.“
Der Künſtler antwortete durch ein ungläubiges Lächeln.
„Erinnern Sie ſich, daß Sie, als Sie die drei Fünfpfund⸗ noten, womit er Ihre Gemälde bezahlte, oder vielmehr mittels welcher der bübiſche Händler ſie ihnen raubte, in Empfang nahmen, ihn baten, Herrn Stubbs zu benach⸗ richtigen, daß die Originalzeichnung der Schlacht mit dem
Der Geldverleiher. II. 3


