Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
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„Wir waren auch nicht die erſten,“ fiel Verelſt ein, „die von der Natur ſo verknüpft, das Blut der Ver⸗ wandtſchaft in Troyfen der Galle verwandelten. Ich wiederhole daher, empfangen Sie meinen Dank und mein Lebewohl. Zwiſchen ſo nahe verwandten Perſonen muß Friede oder Krieg herrſchen. Andern gegenüber mag ein Mittelweg von lauem Wohlwollen beſtehen, zwiſchen uns aber muß entweder Liebe oder Haß walten.“

„Es bedarf keines Mittelwegs,“ ſprach Oſaley, der immer noch dem Weggehen Verelſt's im Wege ſtand und zwar mit einer ſolchen Beharrlichkeit, daß Baſil Annes⸗ ley, der bei dieſer Erörterung auf's Tieſſte intereſſirt war, durch die ſtarre Standhaftigkeit Verelſt's faſt zur Ver⸗ zweiflung getrieben wurde.„Liebe muß zwiſchen uns herrſchen; es muß Friede ſein! Es iſt nicht zu ſpät zum Frieden! Ihr Freund hier wird Ihnen ſagen,“ fuhr Oſa⸗ ley fort, indem er auf Baſil blickte,„daß ich unlängſt mit dem Tode, Angeſicht gegen Angeſicht gerungen habe. In ſolchen Momenten ſpricht die Wahrheit, der wir bei Geſundheit und in Mitte der Reibungen und Kämpfe des Lebens unſere Augen und Ohren verſchließen, mit Po⸗ ſaunentönen zu der Seele und enthüllt ihre ſchrecklichen Beſchlüſſe in Charakteren, die ſo lesbar ſind, wie die dem Belſaſſer zur Warnung geſchickten. Berelſt, ich habe gegen Sie geſündigt; ich habe Rachegefühlen und dem Haſſe wegen einer einfachen Kränkung Raum gege⸗ ben, um in meinem Buſen das geheiligte Band zu ver⸗ nichten, welches der Allmächtige zum Troſte und zur Hei⸗ ligung des menſchlichen Lebens geſchaffen hat. Ich habe Ihre geſchäftige Einmiſchung in meine Angelegenheiten geduldet, um mein Herz gegen die Leiden einer einſt ge⸗ liebten Schweſter und der Kinder, die ſie Ihnen geboren hat, zu verhärten. Hierin habe ich Sie ſchwer beleidigt und ich ſuche daher in aller Demuth eines Chriſten mei⸗ nen Fehler zu bekennen und Sie um Verzeihung zu bitten.“