Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
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er für die Bekanntſchaft mit meinen Werken verpflich⸗ tet, rühmte, nicht vor, daß ſie von einem Bruder zu mir ſpreche!“ 4

„Immer unerklärlichere Widerſprüche!“ rief Baſil aus, niedergedrückt durch die Entdeckung einer Verbindung, die, wie er wußte, bei ſeiner Mutter ſeiner Liebe viel nach⸗ theiliger ſein würde, als der Umſtand, daß ſeine geliebte Eſther eine Lehrerin, die Tochter eines Künſtlers ſei. Hatte ja doch ſchon die entfernte Anſpielung auf jüdiſche Eigen⸗ thümlichkeiten Lady Annesley zu wahnſinniger Erbitterung getrieben!

„Das Gemälde der Esmeralda,“ fuhr der Künſtler fort,„liefert einen fernern Beweis von der Widerwärtig⸗ keit und Excentricität des Charakters des armen Oſaley; ja, ohne meine Ueberzeugung von der Schwäche ſeines Geiſtes würde ich ganz außer Stand ſein, ſolcher Wider⸗ ſprüche ihn für faͤhig zu halten. Während er ſeine Schwe⸗ ſter und deren Familie verläßt oder beſchimpft, war er, wie es ſcheint, verleitet, Hunderte von Pfunden für ein Stück voſt unbedeutendem Werthe bloß darum zu geben, weil die Hauptfigur Aehnlichkeit mit ſeiner einſt geliebten Rachael hat.“

„Meih mehr mit ihrer Tochter!“ fügte Baſil in leiſem Tone bei.

„Sie kannten mein theures Weib in den Tagen der Jugend und der Schoͤnheit nicht,“ entgegnete der Künſtler. „Die geduldige Kranke, die lächelnde Dulderin, das demü⸗ thige Weib des Künſtlers iſt nuk noch ein Schatten der hohen, liebenswürdigen, triumphirenden Senora Oſaley, die aus dem Wagen ihres Vaters nicht ſteigen, die Trep⸗ pen der Kirche oder des Theaters nicht hinaufgehen konnte, ohne daß die Pflaſtertreter von Cadir ihre Augen auf die mehr als orientaliſche Schönheit richteten, die, mit aller Bildung, mit aller Vollendung Europas ausgeſtattet, jetzt in dem zauberiſchen Schimmer des ſonnigen Südens ſtrahlte.“