Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
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„Meine Frau konnte Ihrer Handlungsweiſe, das Buch ihr ſo ploͤtzlich unter die Augen zu legen, welches früher das Eigenthum ihres Vaters und ihres Bruders war, und die Namen beider enthielt, keine andere Deutung geben. Von dem Erſteren war ſie wegen ihrer unvorſichtigen Ver⸗ bindung verſtoßen, von dem Letzteren war ſie mit noch viel ſchmerzlicherer, beharrlicher Rache verfolgt worden.“

„Ich habe bloß zu wiederholen, daß ich nicht die mindeſte Vermuthung über die Beſchaffenheit der Inſchrift, oder über die Bedeutung der Anfangsbuchſtaben hatte,“ erwiederte Annesley.„Ich entlehnte das Buch aus der Bibliothek meiner Mutter aus keinem andern Grunde, als um Ihnen Unterhaltung zu verſchaffen. Wie es dorthin kam, muß Geheimniß ſein, und, wie ich fürchte, würden fernere Fragen kränken. Nicht im Mindeſten ahnte ich Ihre Verwandtſchaft mit einem Manne, der in den Augen der Welt ſo tief ſteht, wie das Individuum, deſſen An⸗ fangsbuchſtaben darin ſtehen.“

„Und nun,“ ſagte Verelſt,„verſichern Sie mir, daß Sie von der Verwendung des Oſaley für meine künſt⸗ leriſche Laufbahn Gewißheit haben?“

„So lange ich Sie gegenſeitig fremd für einander hielt, dachte ich, daß er ſich für Sie intereſſire, wie er es für jeden andern Mann von Genie thun würde, der mit den Widerwärtigkeiten des Geſchicks zu kämpfen hat. Aber ſo vortheilhaft ich über Abednego im Vergleiche mit denen denke, die ihn bloß für einen Inden, für einen Elenden, für einen Erpreſſer halten, ſo liegen doch empörende Ge⸗ heimniſſe, ſowohl in ſeiner Charakter, als in den Umſtän⸗ den, und ich bin nicht im Stande, ſie zu loͤſen. Je mehr ich überlege, was ich von ihm kenne, deſto verwirrter werde ich über das, was ich nicht verſtehe. In einem Augenblicke glaube ich, er ſei das größte menſchliche We⸗ ſen; in einem andern Augenblicke halte ich ihn für das ſchlechteſte. Alle Extreme ſcheinen in ihm vereinigt; Reich⸗ thum und Sparſamkeit, Großmuth und Gemeinheit; Auf⸗