1⁵
nie, ich fragte nie nach ihm. Für mich war es genug, daß ich wußte, ſie ſei liebenswürdig, edel, geduldig, die beſte der Mütter, das liebevollſte Weib. In welcher Weiſe das Buch, welches die Urſache meiner Beleidigung zu ſein ſcheint, ihre Gefühle verletzt haben könne, iſt mir durchaus unerklärlich. Vermöge eines ſeltſamen Verhäng⸗ niſſes ſchien derſelbe Band von gleicher Bedeutung in den Augen eines Mannes zu ſein, der ſich durch eine ſeltſame Verkettung der Umſtände hochlich für mich intereſſirt, eines Herrn Oſaley, eines Mannes, der viel mehr, aber auch viel unbefriedigender unter dem Namen A. O. be⸗ kannt iſt.“.
„Sie haben es ausgeſprochen!“ rief Verelſt aus, faſt ſchaudernd.
„Was habe ich geſagt?“ fragte der erſtaunte Baſil.
„Sie haben den Mann genannt, deſſen rachgierige Weefölgungen das Herz meines armen Weibes gebrochen haben!“
„Verfolgungen!“ rief Annesley.„Gewiß ſind Sie da im Irrthum. Der Zufall hat mich etwas genau be⸗ kannt mit dieſem eigenthümlichen Menſchen gemacht, aber ſo weit meine Beobachtungen und meine Erfahrungen reichen, habe ich ihn bloß als Feind ſeiner eigenen Be⸗ quemlichkeit kennen gelernt; großmüthig gegen andere, gegen ſich allein karg, und ebenſo eigenſinnig und mürriſch in Rache wie in Verſöhnung.“.
„Was ſollten Sie von ihm im Vergleiche mit meiner armen Rachael kennen?“ murmelte der Künſtler, der bei der Berührung dieſes für ihn ſo peinlichen Gegenſtandes immer aufgeregter wurde.„Wie ſollte der Zufall Ihnen von ſeinem Charakter mehr gezeigt haben, als ihr be⸗ kannt iſt?„
„Verzeihen Sie mir!“ entgegnete Baſil.„Umſtände, welche ich Ihnen ſpäͤter auseinanderſetzen werde, machen es mir klar, daß es Herr Oſaley iſt, der mittels eines freigebigen Aufwandes an Zeit, Geld und Sorgſamkeit


