Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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Ihnen war ſein Nichtwiederkommen ein Geheimniß. Sie wußten nichts davon, daß er nach dem Tower ver⸗ legt worden war, und obwohl ſie zufällig erfuhren, daß ihr früherer Freund von Zeit zu Zeit an der Thüre ſich einfand, um ſich nach dem Befinden ihrer Mutter zu erkundigen, ſo wußten ſie doch nichts von dem Briefe, oder dem Verbote ihres Vaters, und dieſer totale Wechſel in den Gewohnheiten ihres Verkehrs vermehrte ihr Er⸗ ſtaunen. Salome's unverholener Ausdruck des Bedauerns ſeiner Abweſenheit hatte ihr die ernſteſte Mißbilligung von Seite ihrer Eltern zugezogen, und ſeitdem war mit ſtill⸗ ſchweigender Genehmigung Aller dieſer Gegenſtand nicht mehr berührt worden.

Verelſt's Wohnung war von ſo beſchränkter Beſchaffen⸗ heit, daß die beiden Mädchen in einem kleinen Zimmer neben dem ihrer Mutter ſchliefen. Sie pflegten dieſe ab⸗ wechſelnd bei Tag und bei Nacht, ſo daß keine Gelegenheit zum Austauſche dieſer ſchweſterlichen Gefühle war, die in glänzenderen Haushaltungen der Urſprung einer ſolchen

Verſchwendung an Zeit und Gefühlen ſind. Nichtsdeſto⸗

weniger fand Eſther hie und da einen Moment, um Salome zuzuflüſtern, daß es ſeltſam ſei, wie Baſil ſo plötzlich alles Intereſſe für ſie verloren habe; und ebenſo Gelegenheit, gegen Eſther ihre Vermuthung auszuſprechen, daß es wohl in dem Plane ihres Vaters liege, nach Deutſchland zurück⸗ zukehren, und daß ſie, wenn ſie wieder nach ihrem geliebten Heidelberg kommen würden, den Grafen Ehrenſtein als

glücklichen Gatten und Vater wiederfinden möchten. Sie

war zufrieden, daß er mit dem Geſchenke des Skizzenbuchs von Albrecht Dürer an ſeinen alten Lehrer, alle Bande der Dankbarkeit und Zuneigung gegen die ihm einſt ſo theure Familie gelöst hatte. Eine Schweſter bot der andern den Troſt, den ihr ihre Philoſophie eingab; aber beide ſtimmten darin überein, daß Baſil's freiwillige Abweſenheit aus Scrupeln entſtanden ſei, er möchte ſich der Gefahr ausſetzen, eine gegenſeitige Zuneigung zu er⸗