Annesley verbeugte ſich und dankte. Er dachte, daß es jedenfalls beſſer ſei, das Kommen des Hausherrn ab⸗ zuwarten und bei ihm ſich zu entſchuldigen, als unter Erklärungen, die für die Gäſte unverſtändlich und ohne Belang waren, weg zu eilen und ſich ſo das Anſehen eines entdeckten Taſchendiebs zu geben. Er hatte daher Zeit, das Zimmer zzu beſehen. Es war einfach, aber reich eingerichtet und enthielt einige treffliche Gemälde und einige edle Bronze.
Die durch ſein Eintreten unterbrochene Unterhaltung wurde nun wieder angeknüpft, jedoch wenig zu ſeinem Vortheile, ldenn nicht eine Silbe von dem, was die fünf ältlichen Männer ſprachen, erreichte ſein Ohr auf eine verſtändliche Weiſe. Es war eine geheimnißvolle Sprache, zu der er den Schlüſſel nicht hatte; obgleich ſie nichts mehr und nichts weniger als der Jargon der Banquiers und der Stockmäckler war. 4
Indem er ſich nicht getraute, ſich zu ſetzen, ſtand er, den Hut in der Hand, das Oeffnen der Thüre er⸗ wartend und ſich ſelbſt fünfzig Faden tief unter den Grund des Towers oder ſonſt wo wünſchend, ſtatt in dem Em⸗ pfangszimmer in Bernard⸗Street, Ruſſel⸗Square zu ſein. Wären Frauen da geweſen, ſo würde er ſich weniger ver⸗ legen gefühlt haben; der Takt und die Artigkeit dieſes Geſchlechts wären bereit geweſen, Entſchuldigungen für die Indiscretion eines Mannes ſeines Alters und ſeines Anſtandes zu finden. Aber dieſe fünf alten, feierlichen Männer in ihren kurzen Beinkleidern und Schnallenſchuhen, mit ihren weißen Haaren oder Kahlkoͤpfen, erweckten Chr⸗ furcht. Er würde eben ſo leicht eine feierliche Ceremonie der Prieſter der Iris und des Oſiris in der großen Py⸗ ramide unterbrochen haben.
Endlich nahten Tritte dem Empfangszimmer, und obgleich Baſil's Blut kalt durch die Adern rann, waren doch ſeine Wangen glühend roth, als die Thüre ſich öff⸗ nete und der Herr des Hauſes eintrat. 4


