4*
———*——
45
die Frage, welche immer noch den Geiſt des jungen An⸗ nesley beſchäftigte.
„Wenn ich nicht irre, junger Mann,“ ſagte er kalt, „ſo haben wir uns ſchon fruͤher geſehen 2⸗
„Und ſo kürzlich,“ entgegnete Annesley offen,„daß ich für meine Perſon kaum daran zweifeln kann. Aber es iſt ſo wenig Aehnlichkeit zwiſchen...„
„Schöne Federn machen ſchöne Voͤgel, ſchlechte Fe⸗ dern ſchlechte,“ unterbrach A. O. in demſelben harten und abgemeſſenen Tone, indem er, während er ſprach, auf die Aermel eines Rockes ſah, der bloß in einem rauchigen Geſellſchaftszimmer in Soho Anſpruch auf die Benennung ſchön machen konnte.
„Ich hatte übrigens nicht gedacht,“ fuhr er fort, „daß der fröhliche junge Mann, welcher mit dem alten, gebrechlichen Manne an dem vergangenen Morgen Mitleid hatte, derſelbe A. B. ſei, mit welchem ich eine Zuſammen⸗ kunft bei ſo unfreundlichem Wetter in einem ſo abgelege⸗ nen Quartiere der Stadt verabredet hatte.“
„Die Entlegenheit war für mich ebenſo läſtig, als für Sie ſelbſt,“ entgegnete Annesley, der ſeine Faſſung wieder gewann, indem er die Entdeckung zu machen glaubte, daß der Mann vor ihm entweder ein Wucherer, oder ein Marktſchreier ſei.„Sie waren es, Sir, der mir ſchrieb, und mir ein anderes Haus, als das Ihrige, zu unſerer Zuſammenkunft beſtimmte.“
„Ich beſitze Häuſer in verſchiedenen Quartieren der Stadt,“ entgegnete der Geldverleiher, durch dieſe Erwie⸗ derung nicht auſſer Faſſung gebracht:„in St. James, um mit verſchwenderiſchen Lords meine Geſchäfte abzu⸗ machen und meine Hülfe zur Ausbeſſerung zerriſſener Ge⸗ wänder von Thoren jeder Art zu ſpenden; in Finsbury für Solche, die mich mit einem Anſpruche auf meine Kaſſe beehren, aber ohne Mittheilung ihres Namens. Es
i*ſt mein Grundſatz, bloß auf die Vertrauen zu ſetzen, die mir Vertrauen zeigen.“


