17
eine Beſchäftigung, welche ihm geſtattete, mit gebeugtem Haupte zu lauſchen und ſein tiefes Intereſſe an dieſer Sache zu verbergen.
Seine wahre Abſicht war hiebei, die Aufregung zu verheimlichen, welche ihm die Erwähnung dieſer Sache verurſacht hatte. Baſil Annesley war einer jener offen⸗ herzigen Burſche, welche den Bemerkungen der Geſellſchaft mit einem freien und furchtloſen Geſichte gegenüber treten, und daß ſeine gewöhnlich ſo hochgetragene Stirn ſo fort⸗ während geſenkt war, daß ſeine Stimme gewöhnlich im Geſpräche ſo frei, ſo beharrlich ſchweigend war, erregte in dem Geiſte Loftus's, der ihm gegenüber ſaß, wie in dem des weißhauptigen Oberſten, Argwohn.
„Was iſt ſeine Meinung über dieſes Alles? Hat der arme Annesley geſpielt?“— Das waren die geheimen Ge⸗ danken Beider.„Ein weiteres Opfer des écanté oder des Hazardſpiels! Ein weiteres Opfer der erbarmungsloſen Klauen des A. O.!""4
Annesley hatte ſich nie etwas davon merken laſſen, daß er ein Spielhaus beſuche. Das Spiel des faſhionablen Londons war damals noch nicht in einem ſo beſtimmten Brennpunkt concentrirt, wie es ſeitdem geſchehen iſt. Aber in einer ſo kleinen Corporation wie die, an welche Baſil gebunden war, iſt der Mann, der ſich irgend einem großen Laſter hingibt, bald entdeckt, und er hatte bisher für einen Damen⸗Mann, eine Almacks Liebling gegolten, ſtatt für einen Burſchen, der unter den Vergeudungen eines Roué ſein Leben hinbringe.
Baſil Annesley war erſt ſeit einem Jahre bei der Garde. Nachdem er Harrow verlaſſen, hatte er ſeine Aus⸗ bildung auf einer ausländiſchen Univerſität vollendet, bald darauf aber als der Sohn des verſtorbenen Sir Bernhard Annesley, eines der tapferſten Opfer des Kriegs auf der Halbinſel, durch die großmüthige Protection des königlichen Oberbefehlshabers eine Anſtellung erhalten. Ueber den Stand ſeiner Vermögensverhältniſſe war wenig auf eine
Der Geldverleiher. I. 2


