Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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nicht entſcheiden. Das aber kann ich, Kraft meiner eigenen Autorität bezeugen, daß die Pflege der Schwe⸗ ſter Urſula an dem Sterbebette des, Grafen Erloff ein Werk des Zufalls war, eine jener Tauſende von Epi⸗ ſoden, die aus den unglücklichen Excigniſſen einer Re⸗ volution entſtehen.

Die Fürſtin Gallitzin Pflegerin an dem Sterbe⸗ bette meines Sohns? rief die beſtürzte Baronin. Aeae wo werden dieſe erſchütternden Enthüllungen

enden? In der Nacht, in welcher die Fürſtin verirrt und ausgehungert in dieſen Mauern um eine Zuflucht flehte, 44 entgegnete die Oberin,war eine von unſern Schwe⸗ ſtern beſtimmt, die Verwundeten und Sterbenden zu pflegen, welche, da das Hotel Dieun überfüllt war, aushülfsweiſe in unſere Schlafzimmer gebracht worden waren. Ich habe vorhin geſagt, daß in jener Kriſis die Klauſur bloß ein Name war; wir waren zu glück⸗ lich, daß wir bei dem allgemeinen Unglücke der Ge⸗ ellſchaft unſere Exiſtenz dadurch erkaufen konnten, daß wir uns der Unterſtuͤtzung der Unglücklichen weihten. Eine Stunde nach dem Eintritte in unſer Haus bat die erſchreckte Flüchtlingin um die Erlaubniß, die weltlichen Kleider, in welchen ſie, zerlumpt und ent⸗ ftellt durch Gewaltthätigkeit, halb bewußtlos an un⸗ ſerer Thüre zuſammengeſunken war, mit den Kleidern des Noviciats vertauſchen zu dürfen. In dieſer Klei⸗ dung leiſtete die einſt hochmüthige Frau des Geſandten, die erſten Früchte ihrer Demüthigung, Hülfe bei der Pflege ver Verwundeten jeder Art, die unſerer Sorge anvertraut worden waren.

Und unter dieſen alſo, rief die Baronin, die Hände mit wahnſinniger Geberde ringend, aus,unter dieſen war mein unglücklicher Sohn?

Er war nicht lange unter ihnen! entgegnete die

Aebtiſſin, indem ſie demüthig die Arme guf ihrer Bruſt

einem Akte der Ueberzeugung gemacht haben, kann ich