Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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in dem Grabe, ehe ich von der Gefahr der erſtern, von dem Tode des letztern etwas erfuhr. Ich bitte Sie, ehrwürdige Mutter, nicht um Ihre Gebete für Marguerite; ſprechen Sie dleſe für deren Mutter, die nun kinderlos iſt, und laſſen Sie die ehrfurchtsvolle Dankbarkeit, die Ihrer guten Schweſterſchaft von der gewährt wird, deren Betragen in ihrem neuen Vater⸗ lande als ein Muſter der Vortrefflichkeit aufgeſtellt iſt, für die Entſchuldigung des Wechſels ihres Glaubens ſprechen.

Einige freundliche Worte des Dankes gegen die

edle Verbannte, untermengt mit den Ausdrücken herz⸗ lichen Bedauerns über das von ſeiner Heerde verirrte Lamm kamen über die ehrwürdigen Lippen der Su⸗ periorin.. Ich liebte ſie ſehr, ſagte die ehrwürdige Mut⸗ ter,und da ihr Betragen in ihrer neuen Stellung eben ſo muſterhaft wie in ihrer frühern iſt, ſo wird der Friede des Himmels mit ihr ſein und er wird ſie mit ſeiner unendlichen Gnade beglücken. Es iſt von Bedeutung, daß ſich auf eine ſo liebevolle Weiſe un⸗ ſerer ein Kind unſeres Hauſes erinnert, nach Jahren von Abweſenheit, Krankheit, Gefahr und beſonders dann noch erinnert, wenn es von den noch vielmehr hinreißenden Eitelkeiten einer glänzenden Welt, von welcher ſie einen Theil ausmacht, umringt wird.

Noch einmal erkannte die Gräfin die Milde der Oberin an, noch einmal und dringender als zuvor empfahl ſie ſich ſelbſt und das Haus Vaudreuil den Gebeten der Schweſterſchaft.

Es wäre weniger als dankbar, dieſe Bitte ab⸗ zuſchlagen, entgegnete die Ehrwürdige, indem ſie ſah, daß Thränen den Augen derer entfielen, die bei der Vernichtung ihres Hauſes, bei dem Unglücke ihres Vaterlandes thränenlos geblieben waren.Da ich ſehe, daß Ihrer Familie unſer armes Kloſter wegen der merkwürdigſten Büßerin und der frommſten Bete⸗