Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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meines Bruders kennen, wird es nicht überraſchen, daß er ſeine Dienſte freiwillig da anbot, wo die Ge⸗ fahr am größten war, wo ſo viele von denen, die ſich ſelbſt Anhänger des Throns nannten, die dem Hauſe Bourbon für ihr Brod zu danken hatten, entweder in ihren Häuſern ſich verbargen, oder aus dieſer ver⸗ wünſchten Stadt flohen. Gegenwärtig habe ich den Muth nicht, mehr zu ſagen.

Sie haben wahrſcheinlich ſchon von einer andern Seite her vernommen, daß an dem erſten Tage der Revolution die Fürſtin Gallitzin aus ihrem Hotel ver⸗ ſchwand, und daß ſeitdem nichts mehr von ihr gehört wurde. So reißend ſchnell war der Lauf der Ereig⸗ niſſe, ſo verwirrt war das Verfahren der ſich ſelbſt conſtituirenden Autoritäten, und ſo eilig die Beerdigung der Todten, in Folge des Zuſtandes der Atmosphäre, daß es mehr als wahrſcheinlich iſt, daß ſie als ein unſchuldiges Opfer fiel und bereits im Grabe liegt.

Beten Sie für uns, theure Tante, um Vergebung für vergangene, um Verſchonung für zukünftige Uebel! Ach, ich habe ſelbſt kaum Kraft genug, um auf die getrübten Ausſichten Frankreichs zu blicken!

Schluß.

Revolutionen haben gleich andern Stürmen auch ihre Gränzen, jedenfalls raſen ſie ſich ſelbſt zu Tode. Zwei Jahre nach denglorreichen Julitagen war jede Spur dieſer blutigen Kriſis in Paris verſchwunden. Die Gräber der Todten waren vergeſſen, eine neue Dynaſtie herrſchte in den Tuilerien, und ein neues Miniſterium, unter der Leitung des einſt liberalen