233
Ich habe es für meine Pflicht gehalten, Sie bie⸗ von zu benachrichtigen. Mein Brief gelangt vielleicht nie an Sie. Noch iſt es unmöglich zu beſtimmen, was die Refultate dieſer unheilvollen und grauſamen Ereigniſſe ſein werden.
Siebzigſter Brief. Von dem Grafen Jules de Vaudreuil zu Rambouilet an die Gräfin de Vaudreuil zu Les Genets.
Auf dem Punkte, der königlichen Familie nach Hädre zu folgen, habe ich, theure Gräfin, kaum die Kraft, den mir obliegenden traurigen Dienſt zu erfül⸗ len, Sie mit den betrübenden Folgen bekannt zu ma⸗ chen, welche die neuerliche Krifis für unſere unglückliche Familie gehabt hat. Wenn ich auch meinen Fürſten in den Tagen ſeiner Erniedrigung nicht vfrlaſſen habe, ſo erhebe ich nichts deſtoweniger mein eifriges Gebet zum Himmel: Gott, vergieb dem Könige! Die Miniſter veſſen, den ich ferner Charles X. zu benennen kein Recht habe, find dafür verantwortlich, daß ſie die Hauptſtadt mit Blut überſchwemmt haben, daß ſie Fa⸗ milien decimirten, die der Sache der Monarchie in Frankreich ſo treu ergeben waren.
Gnädige Frau, ich habe meinen Bruder verloren! Alfred, unſer theurer und beweinter Alfred, fiel im Kampfe mit einer Horde von Räubern, welche ich mit dem Namen unſerer Landsleute nicht beehren will. Sein Leichnam wurde aus den Papieren erkannt, die er bei ſich trug; er lag unter denen der Officiere der königlichen Garde, welche bei dem Angriff auf den Louvre fielen. Sie, die Sie den ritterlichen Geiſt


