Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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Hauptſtadt zu ſenden. Mein Brief gelangt vielleicht nie in Ihre Hände. Das Schickſal der Stadt Paris, ja ſelbſt das Schickſal Frankreichs iſt immer noch un⸗ gewiß. Ich darf miich indeſſen nicht zurückhalten, dem Betragen, vielleicht dem Andenken Ihrer unglücklichen Gemahlin Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, da das Betragen des Herrn von Tcherbatoff gegen mich ſelbſt, als ich mich dieſen Morgen in der Geſandtſchaft ein⸗ fand, in mir die Furcht erregt, daß es auf eine ent⸗ ſtellte Weiſe zu Ihrer Kenntniß gebracht werden könne.

Es iſt wohl nothwendig, meine Erzählung mit der Verſicherung zu bevorworten, daß die in dieſer großen Stadt ſo jung, ſo ſchön, ſo ohne alle Vorſorge, ganz allein zurückgelaſſene Fürſtin Gallitzin den An⸗ fang dieſes neuen ſchrecklichen Kampfes mit. außerordent⸗ licher Niedergeſchlagenbeit überblickte. Sie werden von Ihrer eigenen Dienerſchaft hören, wie ſehr ſie durch Warnungen und Ermahnungen von allen Par⸗ theien aufgeſchreckt wurde, bis ſie ſich entſchloß, bis zu Ihrer Zurückkunft eine Zufluchtsſtätte bei der Mutter der Baroneſſe von Rehfeld zu ſuchen. Der Vorſchlag hiezu ging von mir aus, und auf meine Bitte ent⸗ ſernte uns Graf Alfred de Vaudreuil bei der erſten offenen, gewaltthätigen Demonſtration in der Stadt aus dem Geſandtſchafts⸗Hotel, welches, wie wir über⸗ zeugt waren, eines der erſten Punkte ſein würde, welche vom Volke angegriffen würden. Ihre Excellenz ſetzte dem Plane bedeutende Schwierigkeiten entgegen, wurde aber endlich doch überredet, von mir, Luiska und dem Grafen begleitet, Paris zu verlaſſen.

Aber ach, ihr langes Zögern, ihr Mißtrauen, ihre Schwäche, welche durch ein Fieber erzengt wurde, das in den letzten ſechs Wochen ihre Geſundheit untergrub, verurſachten das gänzliche Mißlingen des Unterneh⸗ mens. Ich weiß kaum, was ich ſchreibe: es fehlt mir der Muth, die ſchrecklichen Scenen deutlich zu beſchrei⸗ ben, von weſchen ich eben Zeuge war. Die empörte