geſehenen Familien, welche während des Sommers hier geblieben ſind, nach allen Richtungen entfliehen.
Entrüſtet über die höchſt ungerechten Verleumdun⸗ gen, deren Opfer ſie war, hat die Fürſtin Gallitzin ihr Vertrauen längſt der Heerde von Schmeichlern ent⸗ zogen, deren Worte bei ihrer Ankunft in Paris auf ein ſo junges Haupt natürlicher Weiſe einen Einfluß übten. In den kritiſchen Epochen des Lebens können wir bloß bei denen, auf deren Theilnahme wir in der Natur begründete Anſprüche haben, uns Rath ver⸗ ſchaffen, und die Folge der ſchlimmen Handlungsweiſe der Welt gegen meine arme Ida hat es herbeigeführt, daß ſie geringen Werth auf die Treue einer demüthi⸗ gen Wohlwollenden legt, wie ich bin. Dieſe iſt mehr geeignet, die Reize ihrer jugendlichen Einbildungen zu verderben. In den drei heiligſten Gefühlen ihres Ge⸗ ſchlechts, in der Kindes⸗, in der Gatten⸗, in der Mutterliebe wurde ſie auf eine grauſame Weiſe ge⸗ täuſcht, indem ſie ſich immer dem Ehrgeize ihres Va⸗ ters, dem Ehrgeize ihres Gemahls nachgeſetzt fand. Sie hat daher einige Entſchuldigung für den niederge⸗ drückten Zuſtand ihrer Gefühle. Obwohl ſie in dieſem Momente vollſtändig und vielleicht mehr als Andere die Gefahren erkennt, die über Paris ſchweben, finde ich es unmöglich, in ihr einen Gedanken an perſönliche Gefahr zu erwecken, und Alles, was ich aus ihr als Erwiederung auf meine Bitten, bei ihren Freunden eine Zuflucht vor den zu erwartenden Tumulten dieſer aufgeregten Hauptſtadt zu ſuchen, herausbringen kann, iſt der verzweifelte Ausruf, daß ſie bloß Feinde in Frankreich habe. 4
Ich vermuthe, daß es ihr an Mitteln fehlt, eine ſo weite Reiſe, wie die nach Schloß Rehfeld iſt, zu unternehmen, denn aus ihrer Sehnſucht nach Briefen aus Deutſchland folgere ich, daß ſie die Abſicht hegt, zu ihrem Vater zu fliehen. Ida iſt indeſſen zu ſtolz für ſolche Erörterungen. Unterdeſſen wird der Lärm


