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Aber ich bin ſehr einſam, ſehr unglücklich; gleich der Büßerin der heiligen Schrift möchte ich fröhlich auf⸗ brechen, um nach dem Hauſe meines Vaters zu ziehen und mich in der Heimath meiner Jugend verbergen.
Ihre letzten Briefe enthielten ſo manche ernſte An⸗ ſpielungen auf mein Betragen, und die Baronin hat Ihre Ueberzeugung, daß ich einen ungünſtigen Einfluß auf Ihr diplomatiſches Glück geübt habe, ſo wieder⸗ holt ausgeſprochen, daß ich eine Art von Zweifel fühle, den ich zu empfinden nie erwartete, wenn ich Sie um die Erlaubniß bitte, Sie auf dem Schloſſe Rehfeld beſuchen zu dürfen.
Glauben Sie ja nicht, daß ich in Prunk und Hoch⸗ muth erſcheinen werde, um Störung in Ihr Leben zu bringen, oder daß ich die alte, gedankenloſe Ida ſei. Da ich die Opfer, welche Sie mir gebracht haben, ſehr gut kenne, da ich weiß, daß Ihre frühere Gaſtfreund⸗ ſchaft beſchränkt wurde, um Ihre Güter wieder in den Stand zu ſetzen, deſſen Sie ſich vor Ihrer unglückli⸗ chen Abreiſe nach Rußland erfreuten, bin ich auf häus⸗ lichen Ruhe, auf Sparſamkeit und Häuslichkeit vorbe⸗ reitet. Seien Sie verſichert, daß wenn Sie meine Bitte gewähren, Ihre Miethsfrau während der Abwe⸗ ſenheit des Fürſten zu werden, nichts Ihre häusliche Unruhe vermehren wird.
Ernſt tadle ich oft mich ſelbſt wegen meiner ſchein⸗ baren Undankbarkeit, die ich durch die Bereitwilligkeit zeigte, mich in einem fremden Lande zu neutralifiren, und ich fürchte zuletzt, daß der Groll des Paſtors und der alten Sara ſich Ihnen mitgetheilt habe. Aber beurtheilen Sie mich mild. Meine Kindheit bewachte keine zärtliche Liebe; nach Ihrem Verlangen war die Familie meiner Mutter von Rehfeld ausgeſchloſſen; Ihre Geſchäfte hielten Sie ferne, und was hat mehr Einfluß auf die erſte Entwicklung eines Kindes als zärtliche Blutsverwandtſchaft?
Ich habe jedoch Unrecht, auf die Vergangenheit


