Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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Rußland fordern, und ich weiß auch, daß, wenn der Kaiſer ſeine Bitte bewilligt, Sie, die ſtolze Lilie von Rehfeld, die hochmüthige Frau des Geſandten, in die⸗ ſem Augenblicke eine Bettlerin ſein würden.

Doch dieſer Luxus, Bettler nach ſeinem Willen zu ſein, iſt den Satelliten unſers kaiſerlichen Thrones unbekannt. Der Czaar, welcher Herr über Leben und Vermögen ſeiner Diener iſt, befahl ihm, groß, mäch⸗ tig, beneidet, gefürchtet zu bleiben,— ſich grämend, gekränkt, erniedrigt. Bei der Verdrießlichkeit der Lage meines Bruders, wie groß ſie auch ſein mag, muß er ſo lange in derſelben bleiben, als ſeine Dienſte von Nikolaus I. als vortheilhaft für die Intereſſen Ruß⸗ lands erkannt werden.

Ich beeile mich daher, Sie, theure Schweſter und

Fürſtin, vor der Wiederholung von Thorheiten zu warnen, welche Ihrem Manne die bittern Vorwürfe zugezogen haben, die ihn raſend ſchmerzten. Der Kai⸗ ſer mag in ſo fern ſeine Anſichten ändern, daß er die nächſte Bitte um Enthebung annimmt, welche ſein Geſandter wagt; aber vor einer ſolchen großmüthigen Bewilligung mögen wir bewahrt bleiben. Ich kenne Ihre Würdigung St. Petersburgs voll⸗ ſtändig, beſonders da Sie daſſelbe durch das Medium des Favoritismus und der Fashion betrachten. Ueber⸗ legen Sie das, was Sie darüber denken wollen in der Zukunft, wenn Sie gleich der Peſt von dieſer ſervilen Welt geflohen werden, welcher das Runzeln der kaiſerlichen Stirn alle Schrecken der Peſt einjagt, wenn Sie das traurige, düſtere Leben in dieſer un⸗ höflichen Stadt betrachten, und verurtheilt ſind, die⸗ ſes mit der paralytiſchen Tante und der gebrechlichen Schweſter Ihres Mannes zu theilen. Das Tempera⸗ ment dieſes Mannes und ſeine Beſchaffenheit für häus⸗ liches Leben werden Sie wahrſcheinlich zu ſchätzen an⸗ fangen. Ich wiederhole daher unter uns: Gott be⸗ wahre uns!