Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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Laſſen Sie es ſich genügen, daß Sie das Aeu⸗ ßerſte gethan haben, die Ungnade Ihres Mannes da⸗ durch herbeizuführen, daß Sie Ihre diplomatiſche Gunſt als Geſandtin aller Reußen Perſonen zugewendet ha⸗ ben, die in offenem Aufruhre gegen den Czaar ſind, flüchtigen Weibern und revolutionären Fremden. Laſ⸗ ſen Sie es genug ſein, daß Sie ſich ſelbſt für den Hof und für die Stadt zu einem Gegenſtande der Lächerlichkeit gemacht haben, indem Sie mit den Sit⸗

ten und Gewohnheiten eines Landes in Oppoſition tra⸗

ten, in welches ſie als die Repräſentantin eines gro⸗ ßen Kaiſerthums geſchickt worden waren. Laſſen Sie es ſich genügen, daß Sie die Gebote der Schicklichkeit und Moralität(ich beſcheide mich, daß ich nicht ſagen darf, auch der Tugend) verachtet, in Ihrer eigenen Perſon die Ehre der ruſſiſchen Regierung herabgeſetzt

haben.

Wiſſen Sie, daß die Zurückberufung meines Bru⸗ ders nach St. Petersburg das Urtheil ſeines Ruins ſein würde? Sergius hat nicht einen Rubel Vermö⸗ gen, muß ſich als ein öffentlicher Diener des Reichs erhalten. Mit ſeinen Talenten und der kaiſerlichen Gunſt hielt ihn nichts von ſeinen Verdienſten um un⸗ ſer Haus ab; ſeine Ausſichten bildeten ein Erbgut nebſt dem wirklichen Reichthume. Daß dieſer durch Ihre Verſchwendung und Ihre Thorheiten geſchwächt wurde, haben Sie, theure Schweſter und Fürſtin, ganz zu verantworten. Dieſelbe Hand, welche die erſte Wunde dem Buſen der hinfälligen Schweſter bei⸗ gebracht, hat einen tödtlichen Streich auf das Ver⸗ mögen meines Bruders geführt. 1

Obwohl es nur ſeiner Entfernung von ſeinem gegenwärtigen Poſten bedarf, um ihn zum Mangel zurückzuführen, ſo kenne ich doch den Stolz des Ser⸗ gius Gallitzin, eines hochgebornen ruſſiſchen Adeligen, ſo gut, daß ich weiß, er werde, durch einen ſtrengen kaiſerlichen Tadel verletzt, ſeine Zurückberufung nach

Die Frau des Geſandten. UI. 13