Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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erfüllt, weil ſie eine ſo theure Freundin verlieren ſol⸗ len. Da ich wünſche, unnöthige Aufregung und Angſt in dem Schloſſe zu vermeiden, ſo werde ich ſie nicht hieher ſenden; außerdem wäre der Anblick von Mar⸗ guerite's frommer Reſignation, bei dem Verlaſſen einer Welt, in welcher Alles ſich beeifert, ſie zu erfreuen, und deren Prunk und Eitelkeit nie, auch nur auf einen Augenblick, die Heiterkeit ihres Geiſtes geſtört hat, eine Lehre von der höchſten Bedeutung.

Ich ſage Ihnen nicht, daß Sie unſerer mit Theil⸗ nahme gedenken ſollen. Ich bin überzeugt, mein theu⸗ rer Sir, daß Sie, der Sie ſo ſehr ein Freund unſerer Familie ſind, Ihre eifrigſten Gebete für uns zum Him⸗ mel ſenden.

In einigen Tagen werden Sie wieder von mir oder meiner Schweſter hören.

Neunundfünfzigſter Brief.

Von der Fürſtin Prascovia Gallitzin zu Moskau an die Fürſtin Gallitzin in Paris.

Der Inhalt Ihrer Briefe und der meines Bru⸗ ders gibt mir die Ueberzeugung, daß zwiſchen Ihnen, theure Schweſter und Fürſtin, und ihm das gute Ein⸗ verſtändniß nicht mehr herrſcht, welches anfangs die mangelnde Gattenliebe zu erſetzen ſchien, und es kommt mir in den Sinn, daß Sergius Sie vielleicht in Unwiſſenheit über die kritiſche Lage ſeiner Angele⸗ genheiten, ſowohl öffentliche, als private, gelaſſen hat. Ich mache es daher meiner ſchweſterlichen Zärtlichkeit zur Pflicht, Sie vor einem neuen Mißgriffe zu war⸗ nen, welcher gegen Sie ſehr leicht die Gunſt der kai⸗ ſerlichen Familie aufregen könnte.