Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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191 des Monats unbeſorgt nach London gebracht werden könne, um von da in ein milderes Klima ſich zu be⸗ geben. 4

Wir erfreuen uns jedoch dieſer Hoffnung nur zit⸗ ternd. Ihre Beſchaffenheit iſt ſo zerbrechlicher Natur, daß, wenn Sie ſie anblicken würden, Sie glauben müßten, fie ſei ein Weſen aus andern Sphären. Es mag nun auch als reiner Aberglaube erſcheinen, theuerſter Sir, aber aus jedem Worte Marguerite's athmet ein ſo engliſcher Geiſt, daß ich mich kaum überreden kann, daß ſie noch dieſer Erde angehöre. Ein ſolches Selbſt⸗ vergeſſen, eine ſolche Berückſichtigung Anderer, eine ſolche leidenſchaftsloſe, aber heilige Zärtlichkeit für mei⸗ nen Bruder, eine ſolche Furcht, ſeine Liebe zu ihr in dem Momente zu vermehren, in welchem ſie überzeugt iſt, daß ſie am Vorabende ihrer Trennung ſtehen.— Aber ich beſitze den Muth nicht, bei dieſen Dingen zu verweilen.

Und dann der Eifer, mit welchem ſie ſtrebt, unſere Theilnahme an ihrem Kinde zu erregen; die faſt ſchmerz⸗ hafte Weiſe, mit welcher ſie, wenn es ihre geſchwäch⸗ ten Kräfte ihr geſtatten, auf eine Unterhaltung mit Marie und mir einzugehen verſucht, uns ihre Wünſche zeigt, wie die Erziehung fortgeſetzt werden ſolle, wenn ſie nicht mehr ſein würde, ohne dabei uns aufzuregen, oder uns zu zeigen, daß ſie ihre Lage erkenne.

Nicht zu Einem, ſo glaube ich, hat ſie rückhaltslos über dieſen Gegenſtand geſprochen, ausgenommen mit Herrn Brentwood, dem Capellan, mit welchem ſie viele Privat⸗Unterredungen gehabt hat. Was Elvinston betrifft, ſo hat er zu wenig Selbſtbeherrſchung, um mit der Wahrheit vertraut gemacht werden zu können.

Auch mein, gewöhnlich ſo feſter Mann iſt bei der Gefahr Marguerite's vollſtändig entkräftet. Der Her⸗ zog betrachtet ſie in der That mehr als ſeine Tochter, denn als ſeine Schwägerin, und meine armen Mäd⸗ chen, von welchen ich täglich höre, ſind mit Schmerz