Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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drängen ſich Gruppen neuer Bekanntſchaften um mich, und wetteifern, meine Aufmerkſamkeit zuerſt auf ſich zu ziehen. Die Hälfte von dieſen Beſtrebungen ent⸗ ſpringt aus Neugierde. Die Pariſer ſind überraſcht, daß eine Fremde, vorzüglich eine Deutſche ihre Sprache ſpricht und auf ihre Ideen eingeht, als wäre ſie in dem Faubourg geboren und in dem Sacré coeur aus⸗ gebrütet; und ich vermuthe, daß manche der ernſteſten Anſtrengungen zu dem Zwecke gemacht werden, mich in eine Unterredung zu verwickeln, um an mir in dem einen oder in dem andern Punkte einen Fehler zu finden.

Es ſind, wie mir die Fürſtin W. ſagte, wenige Ruſſen von Diſtinction, die beſtändig hier leben, aber viele auf einer beſtändigen Durchreiſe durch Paris begriffen, hauptſächlich Liebhaber von Vergnügungen, die in die muntern Boulevards und die brillanten Theater verliebt ſind, welche mich am wenigſten an⸗ ziehen. Hier, ſo wie überall auf ihren Reiſen, zeich⸗ nen ſie ſich durch ihre Geſichtszüge aus. Ihre Reich⸗ thümer und ihre Sorgloſigkeit font parler d'eux, aber nicht immer auf eine ſo vortheilhafte Weiſe, als man wünſchen kann; denn obgleich die ſchönſten Ju⸗ welen bei Hof über ruſſiſchen Augenbrauen und auf ruſſiſchen Uniformen geſehen werden, obgleich die reich⸗

en Equipagen und die beſten Opernlogen ihnen ge⸗ hören, ſo darf man doch gewiß ſein, daß irgend eine Anekdote ſich an ſie knüpft, irgend ein excentriſcher Zug, oder ein Anhängſel von Barbarism, welche ſie in dem kritiſtrenden Auge der Pariſer Verfeinerung herabſetzen.

Dennoch ſind ſie mir ſehr angenehm, doppelt an⸗ genehm, weil ſie meine natürlichen Satelliten in dieſem Lande bilden. Wenn es bei den andern Vergnügen, ſo iſt es bei ihnen Geſchäft, mir den Hof zu machen; nur muß ich ſie beſchuldigen, daß ſie mit ihren Huldi⸗ gungen nicht ſehr verſchwenderiſch ſind. Bei meiner Ankunft war ich gezwungen, eine Reihe officieller Di⸗