Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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ten Beweggrund nimmt. Ich verhärtete deßhalb mein Herz, und hatte keine Barmherzigkeit. Schnell ſon⸗ dirte ich dieſes kleine Manövre, indem ich meine Artig⸗ keiten auf verwandtſchaftliche Weiſe Margueriten er⸗ wies, welche ſie jedoch mit weit weniger Artigkeit als die Huldigungen des genannten Dummkopfes aufnahm, der Idyllen von ihr abzuſehen, und vom Morgen bis in die Nacht Goetheismus zu ſeufzen pflegte. Während dem überzeugte mich Ida dadurch, daß ſie meine Un⸗ treue mehr übel aufnahm als fühlte, daß die Behaup⸗ tungen Ihrer Mutter gegründet ſeien, daß einige Her⸗ zen alt geboren, und andere durch Erziehung verkrüppelt werden; daß die Lilie von Rehfeld, trotz ihrer glän⸗ zenden Augen und ihrer Alabaſter⸗Weiße die abgelebte Seele einer alten, Karten ſchlagenden Wittwe beſitze.

Wie konnte man fortfahren, ein ſolches Mädchen zu lieben? Ich beſchloß, gleichgültig zu werden, aber es glückte mir nicht. Ich nahm mir vor, ſie zu haſſen, und es ging beſſer; denn es iſt leichter, von einem Extrem zum andern überzugehen, als den Mittelweg einzuſchlagen. Zwiſchen Haſſen und Lieben waren meine Gefühle oft von ſo ſeltſamer und vermiſchter Natur, daß ich mich nicht enthalten konnte den Will- o-the-wisp gegen ſie zu ſpielen, wenn ſich eine Ge⸗ legenheit dazu darbot, nnd ich will auch nicht läugnen, daß ich all den Antheil dabei hatte, ſie zu beſtimmen, Fürſtin Gallitzin zu werden, deſſen Sie mich anklag⸗ ten. Ich ſah voraus, daß Marguerite an der Seite eines ſolchen Mannes nie glücklich werden könne. Ihre zärtliche und ſanfte Seele ſchien das Glück eines häus⸗ lichen Lebens und warme Liebe zu verlangen, die ſich mit ſeinen weltlichen Geſinnungen nicht vereinigen ließ; und als ſich eine ſo glänzende Gelegenheit, ſie für das Leben zu verſorgen, in Elvinſton's großmüthi⸗ ger Liebe darbot, gewährte es mir kein kleines Ver⸗ gnügen, ihr Vermögen das ihrer ehrgeizigen Stief⸗ ſchweſter weit überſteigen zu ſehen.