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In Petersburg auszuhalten, könnte ich Dir ver⸗ geben haben, denn Petersburg hat ſeine Verdienſte, ſeinen Ehrgeiz zu befriedigen, ſeine Schwierigkeiten zu überwinden. Leugne jedoch nicht, daß Du gegen Pe⸗ tersburg eine eingewurzelte Abneigung hegteſt, obgleich es Deine Vaterſtadt iſt, und wenn Andere Dich wegen der Trennung von Deinem Lande, als dem einzigen Anſtoße Deiner günſtigen Verbindung, beklagten, war ich eine Heuchlerin genug, meine Stimme mit den ihrigen zu vereinigen, da ich wußte, Du ſeheſt in die⸗ ſer Hinſicht wenig Beklagenswerthes, und da ich die feſte Ueberzeugung hegte, daß das häusliche Leben in England weit mehr geeignet ſei, Deine Wünſche zu befriedigen, als der Glanz des Hofdienſtes, welcher in. Ruf aand ein Leben von ariſtokratiſcher Auszeichnung ildet. 3
Nichts deſto weniger, theuerſte Marguerite, laſſe Dir nicht träumen, daß das Paris von Deinem Lobe, das Paris meiner Freude iſt. Der blaue Himmel, welchen man von dem Garten Deines Kloſters aus ſehen kann, die reine Luft, die erſten Veilchen, ſelbſt die Erholungsſtunden in dem feierlichen Hotel de Vau⸗ dreuil, würden, ich fürchte es, ermangelt haben, mir das Glück zu geben, welches Dein einfaches Herz in jenen einfachen Vergnügungen fand.
Ich habe die gute Schweſterſchaft beſucht, Mar⸗ guerite, indem ich fühlte, daß es ihnen doppelte Freude gewähren würde, Deine reichen Geſchenke aus den Händen derjenigen zu empfangen, die Dich kürz⸗ lich von Angeſicht zu Angeſicht geſehen hatte und im Stande war, ihre Fragen über das Schickſal ihres verlornen Lieblings zu beantworten. Würdige alte Seelen ſind ſie, das gebe ich zu! Ich halte die Liebe der Schweſter Marie zu ihrem Zögling für größer, als die, welche je für mich— von irgend einem menſchlichen Weſen— meine arme Sara nicht aus⸗
Die Frau des Geſandten. I. 3


