deſſen Gemüthszuſtand mich bei unſerer Abreiſe beun⸗ ruhigte. Ich bitte Sie, überzeugen Sie mich eines Andern!— Sagen Sie mir, daß er die Reiſenden ei⸗ nigermaßen vergeſſen habe, daß Sie ſelbſt aber geruhen, ſich derſelben noch manchmal zu erinnern.
Neunundzwanzigſter Brief. Von Vicomteſſe Elvinston an die Fürſtin Gallitzin.
Geliebte Schweſter— theuerſte Freundin— wie traurig und ſeltſam kommt es mir vor, Dich aus die⸗ ſer weiten Ferne anreden zu müſſen;— doch welch ein großer Troſt in meiner Traurigkeit, Dich überhaupt anreden zu dürfen!
In dem Augenblicke unſerer Abreiſe von Peters⸗ burg, mitten in dem Tumulte und Getümmel jener ſchrecklichen Ceremonien, war ich kaum im Stande, Dich einen Moment an mein Herz zu ſchließen, und ſeltſamer Weiſe wurde ich durch die Oeffentlichkeit der Scene und die Maſſe von Fremden, welche mich um⸗ ringte, ſo ſehr beengt, daß der Augenblick der Tren⸗ nung mir eher Erleichterung als den Kummer brachte, welchen ich erwartet hatte.
Ich verlor den Schmerz, Mutter, Bruder, Schwe⸗ ſter, Freundin Adieu zu ſagen, in meiner Erlöſung von den Blicken Hunderter aus dem Geſichte, und der Troſt, bloß die Stimme zu hören, welche nie anders als mit Worten ſüßer Zärtlichkeit zu mir ſprach, ſöhnt mich ſelbſt mit dem Worte Verbannung aus.
Theuere Ida, ich bin vollkommen glücklich! Du wirſt mir glauben— Du, die Zeuge meiner kindlichen


