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Thron ihrer häuslichen Autorität beſtieg, war die erſte Erklärung unſerer lieblichen Deſpotin:„l'état, c'est moil! 1
Ich unterſtand mich deshalb auch nur allein, ſie zu belehren, wozu Sie mir bei der Abreiſe das Recht gaben, daß ſie ſich in Paris lächerlich machen würde, im Monat Mai in Pelz und Sammet bei Hof zu erſchei⸗ nen, und ich rief die junge Marquiſe de Montécourt (den Choiſy⸗Zögling unſerer armen Moreau), welche ſie beſuchte, zu Hülfe, ihr Seide, Taffent und Mouſ⸗ ſelin als die geſetzmäßigen Nachfolger von Atlas, Sammet und Spitzen zu empfehlen, welche ohne Zwei⸗ fel bis zum nächſten Winter in den Kaſten gelegt wer⸗ den müſſen.*
Mir antwortete die Fürſtin bloß mit einem dank⸗ baren Lächeln für meinen Rath. Aber als Madame de Montécourt gegangen war, ärgerte ich mich, daß ſie nicht nur nicht länger lächelte, ſondern auf ihrer
widerſinnigen Toilette beſtand. Endlich brachte ich ſie
zu einer Erklärung.
„Der Fürſt wünſcht,“ ſprach ſie,„daß ich in den Juwelen erſcheinen möchte, welche ich von der kaiſer⸗ lichen Familie erhielt. Sie verſichern mir jedoch, es ſei nicht die Saiſon für Diamanten, und indem ich ſie mit einem nur halb für die Saiſon paſſenden Kleide trage, würde ich den Irrthum nur noch bemerkbarer machen. Laſſen Sie deshalb mein ganzes Coſtüm der Kritik gleich ausgeſetzt ſein. Ihre ſchönen Damen des Schloſſes werden mich nur um ſo mehr lieben, wenn ſie etwas an mir zu verbeſſern haben; auch werden ſie nicht glauben, daß ich von den Gränzen der Tar⸗ tarei mit Herbault oder Victorine in meinem Fourgon ankommen werde.“
Sie hatte Recht— entſchieden Recht! Ich hatte an jenem Abend Gelegenheit, dem König und der Dauphine meine Huldigung nach meiner Rückkehr von Rußland darzubringen und kann Ihnen die Verſiche⸗


