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mente zurückzukehren; denn ich fürchte, daß die würdi⸗ gen Glieder Ihres äußerſt kalmuckiſchen Hauſes Erloff ſeine verzweiflungsvollen Blicke und Geberden dem Un⸗ willen über die Verbindung ſeiner Schweſter mit einem Fremden zuſchreiben,— ein Irrthum, der unter allen Umſtänden ſich mit ſeinem Verſtande wenig vereinigen
läßt.
Obgleich ſie lieblich an dem Altare ausſah, ſo verſichere ich Sie doch, daß die Ida jenes Tages nicht würdig iſt, die Schuhriemen der Fürſtin Gallitzin auf⸗ zulöſen, welche am vergangenen Abende zum erſten Mal in dem Zirkel des petit chateau erſchien.
Recht gut erkläre ich mir das frohlockende Gefühl, welches ich zum erſten Mal, ſeit ich ihn kenne, in den Winkeln des ſteinernen Mundes des Fürſten Gallitzin entdeckte, es iſt dies zwar leicht zu ſagen, bedurfte aber doch des ganzen Aufwandes meiner Sehkraft, um es durch jenen buſchigen Knebelbart hindurch zu entdecken, welcher eine ſo ſichere Maske für ſeine Ge⸗ fühle iſt, wie ein Dickicht für einen Fuchs.
Nitt einem Zuge weiblicher Politik, ähnlich dem, mit welchem ſie den häßlichſten Kopfputz der Frauen, die Pavoinik, an ihrem Hochzeittag führte, trug die Fürſtin Gallitzin bei ihrem erſten Erſcheinen bei Hof ein koſtbares Kleid von Sammet mit einem Ausputze von Krepp. Ich glaube, ich war die einzige Perſon, welche ihr zu widerſprechen wagte, da der Fürſt ein Mann iſt, der, wenn ſeine Gattin ſich in die Gobelin⸗ vorhänge ihres Geſellſchaftszimmers kleidete, den Irr⸗ thum nicht entdecken würde, und er war um ſo mehr darauf aus, daß ſie ihren Platz an ſeiner Seite ein⸗ nehmen möchte.
Was die arme Mademoiſelle Theres anbelangt, welche, wie ich beſtimmt glaube, erwartete, daß ihr Tagewerk als Gouvernante noch nicht zu Ende ſei, ſo wird ſie ohne Zweifel jetzt bemerkt haben, daß ihr Herrſcherſtab ſeine Kraft verloren habe. Als ſie den


