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Obgleich ein ſo neuer Hof, wie Petersburg, mit unſerem Throne, der ſchon vor tauſend Jahren ge⸗ gründet worden iſt, wenig gemein haben kann, ſo iſt
es vielleicht doch zu Ida's Glück, ſtatt von der Abge⸗ ſchiedenheit auf Schloß Rehfeld gleich in die größte der großen Welt verſetzt worden zu ſein, vorher einen Begriff von den Hofceremonien und dem Gange des gebildeten Lebens erhalten zu haben. Die Gewohn⸗ heiten in Petersburg ſcheinen ſich denen von Paris mehr zu nähern, als die Miſchung von Pracht und Einfach⸗ heit, welche gleich den Figuren des Schachbrettes die deutſchen Höfe charakteriſiren. Die Kunſt der Reprä⸗ ſentation, meine liebe junge Freundin, iſt ſchwieriger und wichtiger, als man glaubt, und ich wage beizu⸗ fügen, daß dies eigentlich nur eine franzöſiſche Kunſt iſt, die der Uebung eines anſchaulichen Taktes und einer guten Erziehung bedarf. Tiefe Wiſſenſchaft und große Gelehrſamkeit ſind ihrer Vervollkommnung ent⸗ gegen; und Niemand wird leugnen, daß eine Pariſerin, von welcher Klaſſe ſie auch ſei, welche die Honeurs eines Salons machen muß, ihr Geſchäft weit anmu⸗ thiger verrichtet, als— aber ich bitte um Verzeihung! — ich habe mich noch nicht daran gewöhnt, mich zu erinnern, daß Sie einem Engländer Ihre Hand reichten.
Laſſen Sie mich deshalb eilen, mit Ihnen auf neutralem Boden zu begegnen. Damit Sie mich gleich⸗ falls mit einem umſtändlichen Bericht über Ihren nörd⸗ lichen Herd erfreuen, erlauben Sie mir, die zukünftige Wohnung unſerer theuern Fürſtin ganz genau zu be⸗ ſchreiben.
Denken Sie ſich ein ſtattliches ſteinernes Gebäude, deſſen architektoni che Verzierung ihre Entſtehung der Periode zwiſchen dem Wiederaufleben der Kunſt mit Ducerceau, und der griechiſchen Aera von Perault und Gabriel verdankt. Denken Sie ſich alſo dieſes Ge⸗ bäude von einer der ſchönſten Straßen des hohen Fau⸗


