Siebenundzwanzigſter Brief.
Von Mabemoiſelle Thereſe Moreau in Paris an die Vicomteſſe Elvinſton in London.
Ich bin in der That, meine junge, theure Freun⸗ din, am Ziele meiner Wünſche!
Die Geſellſchaft meiner theuern Ida, in jedem Lande und in jeder Stellung wiedergegeben zu ſein, würde mir hinreichendes Vergnügen gewährt haben. Ich würde ihr nach Sibirien, ja ſelbſt nach Ihrem eigenen Schottland gefolgt ſein, obgleich mir daſſelbe bisher eben ſo rauh und unzugänglich erſchien. Ich würde ſie in Armuth— ich würde ſie in Schande aufgeſucht haben.
Aber von ihrer dankbaren Liebe aufgefordert zu werden, ihr zu ihrer jetzigen hohen Stellung zu folgen und ſie, als die Gattin eines Geſandten an dem erſten der europäiſchen Höfe geehrt und beneidet zu ſehen, iſt ein ebenſo herrlicher, als unerwarteter Triumph.
Nach des Fürſten Gallitzin Wunſche beſchleunigte ich meine Reiſe, um vor ihnen hier anzukommen, und ich ſchmeichle mir, meine Bemühungen, den Weg der
neuen Geſandtin, welche wir täglich erwarten, zu be⸗
reiten, ſind nicht ganz fruchtlos geweſen. Ich hoffe, ich werde im Stande ſein, meine theuerſte Ida au courant des affaires zu ſetzen; obgleich ſie jung iſt, bin ich doch nicht ohne Hoffnung, daß ſie durch die Feuerprobe der großen Welt, ſo beſchwerlich für ihr Alter, mit Ehre für ſich und mich gehen wird. Sie wünſchten, daß ich Ihnen gleich in meinem erſten freien Augenblicke ſchreibe. Wenn dies nicht der Fall geweſen wäre, ſo würde ich ihre Ankunft erwartet, und Ihnen Berichte von ihrem Ausſehen und ihrer Vorſtellung bei Hof gegeben haben,


