Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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was die Schmuckkäſtchen dieſer reichen Hauptſtadt ent⸗ hielten, war an den Perſonen dieſes doppelt bräutli⸗ chen Zuges verſchwendet.

Die Kapelle von Loretto wurde durch den Pa⸗ voinik von mehr als einer hohen Ruſſin übertroffen, welche geruhte, die Pracht ihrer Diamanten und ihres Geſichtes bei dieſer glänzenden Feierlichkeit zur Schau

zu tragen. Marguerite war ganz weiß, mit aller Eleganz der Pariſer Toilette gekleidet. Schleier, Orangenblüthen, Alles was dazu gehörte, den Uebergang des an⸗ ſpruchsloſen Mädchens in den Eheſtand zu bezeichnen. Ida, vielleicht in der Ueberzeugung, daß es unmög⸗ lich ſei ihre Stiefſchweſter an Einfachheit zu übertref⸗ fen, hatte vorgezogen, ſich gleich einer Moskowitten in das alterthümliche Coſtüm des Landes zu kleiden, und wenn auch dies dem gewöhnlichen Gebrauche zuwider iſt, ſo liegt doch in den Handlungen einer Perſon von ihrem entſchiedenen Charakter etwas, die gemeine Kritik Bekämpfendes. Sie ſah in dieſer reichen und beſondern Tracht wirklich göttlich aus. Da die kleine, ſchiefe Schweſter des Bräutigams, Prinzeſſin Praſcovia Gallitzin, ſie noch mit einigen Strängen von Perlen, von denen jedes Kügelchen das Löſegeld eines Fürſten ausmachen könnte, als Zuſatz zu den reichen Diaman⸗ ten ſchmückte, welche ſie von der Kaiſerin erhalten hatte, war ihre Erſcheinung wirklich blendend. Die Geſand⸗ tin war in jeder Hinſicht einer Königin gleich. Es war gut, daß die Czaarin nicht gleichfalls jene bei⸗ ſpielloſe Herablaſſung übte und bei der Ceremonie er⸗ ſchien; denn die Kränkung, ihr minder ſchönes Haupt verbergen zu müſſen, möchte für die zukünftigen Aus⸗ ſchien der ſchönſten der Bräute nicht ſehr vortheil⸗ aft ſein.

Soviel ich noch bei allen Trauungen bemerkt habe, beginnt die Aufmerkſamkeit, nachdem der erſte Augen⸗ blick vorüber iſt, zu erſchlaffen. Bei der gegenwärti⸗