Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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ſichten bin, ſo betrat ich dieſe Kirche zum erſten Mal, obgleich ſie als der kaiſerliche Begräbnißplatz von eini⸗ ger Wichtigkeit iſt.

Obgleich die Kirche ſelbſt durch tauſend Kerzen, die der Hochzeitfeier zu Ehren brannten, erhellt war, fiel mir doch die Einfachheit der Gräber dieſer mächti⸗ gen Herrſcher auf, von denen jedes mit einem ſam⸗ metnen Leichentuche bedeckt iſt; eine Form, welche den Gedanken an ein kürzliches Begräbniß eingibt, und dem zu Folge die ſchon lange Verſtorbenen mit der gegenwärtigen Generation viel enger verknüpft, als wenn das Grab von Granit in ſeiner einfachen Nackt⸗ heit erſcheinen würde.

Als Zuſatz zu jenen hohen Todten enthält die Kirche zahlloſe Kriegstrophäen, Zeichen der ruſſiſchen Tapferkeit und der Siege der Kaiſer; deshalb wünſchte Nikolaus, die Tochter des Generals Erloff ſollte in der Feſtungskirche, in Gegenwart dieſer Andenken der treuen Dienſte ihres Vaters für die Monarchen, deren Aſche neben dem Altare ruhte, den Schwur der ewigen Treue ablegen, und Gallitzin an dem glücklichſten Tage ſeines Lebens mit den Mauern verknüpfen, welche ſpä⸗ ter durch ſeine Verhandlungen noch mehr Trophäen er⸗ halten ſollten.

Das einfache Gebäude, bloß durch eine Kuppel erleuchtet,(eine ſeltene Auszeichnung in den ruſſiſchen Kirchen) war bei unſerem Eintritte bereits mit dem Hofſtaate und dem diplomatiſchen Corps angefullt, und ſelbſt bei der Heirath eines Abkömmlings von königlichem Blute hätten keine größern Ehrenbezeigun⸗ gen ſtattfinden können, als die waren, welche die Scene verherrlichten. 1

Die Brautjungfern von Marguerite waren Ehren⸗ fräulein der Kaiſerin, von hoher Geburt, wie ich jedoch glaube nur wegen ihrer Schönheit auserleſen, während die Familien des ruſſiſchen und preußiſchen Geſandten die Lilie von Rehfeld begleiteten. Alles,