Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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daß wir zuſammen ankommen würden. Sie reiſten geſtern ab, und da ſie von den befördernden Vorrech⸗ ten eines diplomatiſchen Podoroshna und Cabinets⸗ paſſes Gebrauch machen, werden ſie nach meiner Ver⸗ muthung Paris am 206. April erreichen.

Dieſe Ankündigung belehrt Dich hinreichend, daß die doppelte Vermählung bereits vorüber iſt; obgleich ich wirklich glaube, daß die arme, theuere Baronin der feſten Ueberzeugung iſt, Du ſeieſt von der Sache durch das freiwillige Geläute der Glocken von Notre⸗ Dame und das Löſen der Kanonen der Invaliden be⸗ nachrichtigt worden. Seit den letzten ſechs Wochen

iſt ſie in einem Zuſtande geiſtiger Aufregung, von dem

die Novellenſchreiber ſagen: beſſer gedacht als beſchrie⸗ ben; d. h. ſie iſt Alles geweſen, was man von dem geiſtigen Zuſtande eines ſehr ehrgeizigen Weibes er⸗ warten kann, welches ihre Tochter an einen der reich⸗ ſten Edelleute von Europa verheirathet, und ihre Stieftochter einen Mann, der in Wirklichkeit eine ſo große Gunſt genießt, wie die iſt, welche ihr von der öffentlichen Meinung zugeſchrieben wird. Aber ſte er⸗ mangelt auch nicht, es jedem mitzutheilen. Selbſt Vetterſchaft iſt kein hinreichender Grund, bei einem Weibe ohne eine gewiſſe Weiblichkeit zu verweilen, die ſie unſerem Geſchlechte empfehlen könnte.

Dieſe Ruſſen, man muß es zugeben, ſind⸗ äußerſt kaiſerlich glänzend, wenn ſie einmal die Zügel ihrer Fürſtlichkeit ſchiteßen laſſen. Ich behaupte, die Kirche St. Thomas d'Aquin, in ihren äußerſt vorſtädtiſchen und eleganteſten Hochzeiten, iſt nicht im Stande, etwas aufzuzeigen, was mit der Pracht zu vergleichen iſt, die geſtern den Stolz, wenn nicht die Herzen des Barons und ſeiner Gattin entzückte. Es ſteht im Zweifel, ob je zuvor eine ſolche Abwechslung von Kirchenceremo⸗ nien bei einer einzigen Heirath ſtattfand. Die grie⸗ chiſche Kirche, die lutheriſche und die engliſche hatten

Die Frau des Geſandten. J. 20

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