Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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um ihre eigene Politik zu befördern, die Anſtifterin von Ida's Vermählung ſei, und obgleich ich der voll⸗ kommenen Ueberzeugung bin, daß, wäre auch kein Fürſt Gallitzin auf der Welt, die Lilie von Rehfeld dennoch ſo wenig geneigt ſein würde, die Gattin ei⸗ nes verarmten, obgleich hochgebornen Capitäns der kaiſerlichen Garde, als die des armen Wilhelm von Rehfeld zu werden, ſo hält Alexts ſich doch für den unglücklichſten Mann, weil ihre Verlobung ihn hin⸗ dert, die Wahl ihrer eigenen Willkür zu überlaſſen.

Die Autorität, welche meine Mutter in der Ord⸗ nung ſeiner Angelegenheiten gebrauchen muß, ſichert ihr glücklicher Weiſe ſo viel Gewalt über ihn, um ihn von einer übereilten Handlung abzuhalten. Denn Fürſt Gallitzin iſt kein Mann, der mit ſich ſcherzen läßt, trotz all' ſeiner Milde und guten Erziehung, und er hat ſo viel Einfluß bei Hof, daß es nicht gut für Alexis ſein würde, ſollten die Einzelnheiten ſeiner Verſchwendung des Kaiſers Ohr erreichen..

Jeden Tag, wann ich in meines Bruders verän⸗ derter Miene den Kampf leſe, welchen es ihn koſtet, ſeinen Haß gegen dieſen glücklichen Bräutigam zu ver⸗ bergen, zittere ich, daß nicht eine, wenn auch abſichts⸗ loſe Ermuthigung von Seiten Ida's, oder irgend eine unſelige Eingebung von Alfred, der wenig darauf merkt, wen oder was er der Luſt des Augenblickes aufopfert, meinen theuren Alexis zu einer unvorſichti⸗ gen Sprache oder Handlung verleiten möchte, deren Folgen ſeinem zukünftigen Glücke entgegen ſein könnten! 3

Ach, leider, leider! iſt es ein elendes Leben, wo jeder Gedanke, jedes Wort und jede Handlung nach der auf Krücken geſtellten Abhängigkeit von einem kai⸗ ſerlichen Lächeln bemeſſen werden muß!

Adieu, theuerſte Mademoiſelle! Wollte— ich ſege es Ro9 einmal— wollte Gott, Sie wären un⸗ er uns