Mein Vater iſt reich; ich bin überzeugt, er würde ſo gegen Graf Alexis gehandelt haben, daß dieſes Opfer unnöthig wäre.“
„Es iſt kein Opfer,“ entgegnete meine Stief⸗ ſchweſter,„oder es iſt vielmehr ein bloßes Romanopfer, der Vernunft Gehör zu geben. Ich ward nicht ge⸗ boren, die Herrin meines Schickſals zu werden. Mein Tagewerk auf Erden iſt Unterwürfigkeit.“
„Noch könnte meines Vaters Einmiſchung...“ „ Bloß das Uebel vergrößern. Mein Bruder will ſeine Hülfe nicht annehmen. Meiner Mutter Ver⸗ mögensumſtände ſind entſetzlich zerrüttet! Es iſt ihr einziger Wunſch und ihr einziges Streben, des Barons Aufmerkſamkeit von ihnen abzulenken.“
„Eine Zeit der Erklärung muß jedoch kommen, wenn...“
„Sei es, wenn ſein Haus von meiner Anweſen⸗ heit befreit, und meines Bruders Stellung geſichert iſt. Dieß iſt die Abſicht meiner Mutter, indem ſie ſo ſehr mit meiner Heirath eilt— und wenn nicht Deines Vetters unſelige Ankunft dazwiſchen gekommen wäre, hätte ich mich ganz ruhig in mein Schickſal ergeben.“
„aſſe Dir durch eine ſo unwürdige Perſon die glänzende Laufbahn nicht verdunkeln, welche vor Dir liegt,“ rief ich mit Entrüſtung.„Aber ſage mir doch, liebe Marguerite, wie kommt es, daß Dein Bruder, welcher bei ſeiner Ankunft hier kein Geheimniß aus ſeiner Antipathie machte, doch veranlaßt wurde, uns mit dem Leuchten ſeines Angeſichts zu beehren.“
„Alexis iſt verurtheilt worden, eine Reihe von Demüthigungen zu empfangen. Das Verbrechen bringt ſeine Strafe mit ſich. Nachdem er es gewagt hatte, ſeiner Mutter wegen einer Heirath mit Ausländern Vorſtellungen zu machen, iſt er gezwungen worden, meine Verbindung mit Lord Elvinſton zu billigen, ja ſelbſt zu empfehlen; während meine Mutter auf der andern Seite die Bedingung machte, daß, wenn er


